Donnerstag, 27. Juni 2019

Brexit und die Folgen Neun Gründe, jetzt auf Großbritannien zu setzen

Premierministerin Theresa May hat am Dienstag die EU-Austrittserklärung unterzeichnet, die das Land am heutigen Mittwoch in Brüssel einreicht

4. Teil: Welt-Finanzzentrum und Commonwealth

7. Unbestrittenes Welt-Finanzzentrum

Mögen Frankfurt und Paris noch so träumen, die City of London bleibt das Weltfinanzzentrum. Die Deutsche Bank scheint dies auch so zu sehen, hat sie sich doch gerade neue Büroräumlichkeiten in London gesichert. Es ist nicht so einfach ein Kompetenzzentrum zu verlagern. Zu eng sind die Verbindungen, zu bedeutend das vorhandene Geschäft. Es wird zwar eine Welle von Gründungen von Tochtergesellschaften im Euroraum geben, die Masse der Kompetenz wird bleiben wo sie ist: in London.

Den Unkenrufen zum Trotz könnte London von der unstrittigen Kompetenz, der eigenen Währung und der Befreiung von Brüsseler Bürokratie sogar profitieren. Erste Stimmen sprechen bereits von einer künftigen Schweiz für die Fluchtgelder aus aller Welt. Gerade aus der Eurozone dürfte die große Flucht noch bevorstehen.

8. Renaissance des Commonwealth

Kritiker der britischen Entscheidung machen sich gerne über jene Brexit-Befürworter lustig, die eine Rückkehr zu den guten alten Zeiten des Commonwealth beschwören. Natürlich wird es nicht dazu kommen. Allerdings ist auch mit Blick auf die Haltung der neuen US-Regierung das Szenario eines großen angelsächsischen Handelsraums nicht so abwegig, mit den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland als Kern. Kanada dürfte sich dem nicht entziehen können. Zugleich dürfte aus Sicht der skandinavischen Staaten ein solcher Bund, der mehr auf marktwirtschaftliche Freiheit setzt, über Zeit eine deutliche Sogwirkung entfalten. Es könnte ein attraktiver Gegenentwurf zu einer EU werden, die auf immer mehr Bürokratie und Umverteilung setzt.

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