Samstag, 25. Mai 2019

Brexit und die Folgen Neun Gründe, jetzt auf Großbritannien zu setzen

Premierministerin Theresa May hat am Dienstag die EU-Austrittserklärung unterzeichnet, die das Land am heutigen Mittwoch in Brüssel einreicht

3. Teil: Eliten und Wirtschaftssystem

5. Führende Stellung in Elitenbildung

Dabei hilft auch die Tatsache, dass die Spitzenbildung in Großbritannien durchaus etwas zu bieten hat. Neben den berühmten Privatschulen sind dies vor allem

die Universitäten. Im jüngsten Ranking der 100 besten Universitäten der Welt ist Großbritannien immerhin mit acht Universitäten vertreten. Die EU bringt es (ohne Großbritannien) auf 17, davon vier Deutsche. Bezeichnend ist, dass von den 13 EU-Universitäten außerhalb Deutschlands und Großbritanniens neun in Ländern liegen, in denen es auch mit Blick auf die EU gärt - nämlich in Schweden, Finnland, Dänemark und Holland. In den Krisenländern der EU gibt es übrigens keine Universität in den weltweiten Top 100.

Eine gesteuerte Einwanderung, ein herausragendes Bildungssystem und die geringe Sprachbarriere dürften für Großbritannien in den kommenden Jahren außerhalb der EU zu einem deutlichen Wettbewerbsvorteil werden.

6. Marktwirtschaftliche Tradition

Schon vor dem Votum hat JP Morgan aufgezeigt, dass die EU Großbritannien an Länder bindet, die nicht das gleiche Wirtschaftsprofil und eine unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit haben. Deutschland, Holland, Schweden und Irland fallen in dieselbe Kategorie wie England - Frankreich, Italien, Spanien und Portugal eindeutig nicht. Deshalb sei es für England gut, nicht mehr in diesem Klub dabei zu sein.

Höhere Produktivität und geringere Umverteilung zugunsten der schwächeren Länder würde sich entsprechend positiv für Großbritannien auszahlen. Hinzu kommt eine stark marktwirtschaftliche Tradition, die noch mehr als in Deutschland auf die Kraft der Märkte und persönliche Freiheit setzt als auf staatliche Umverteilung. Auch dies dürfte sich entsprechend positiv auf das langfristige Wachstum auswirken.

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