Sonntag, 17. November 2019

Mehr Arbeitnehmer, weniger Selbstständige Fast 45 Millionen Menschen erwerbstätig

Im ersten Quartal dieses Jahres gingen mehr Menschen in Deutschland einer Erwerbstätigkeit nach, mit der sie ihren Lebensunterhalt verdienten

In der deutschen Wirtschaft haben im ersten Quartal dieses Jahres 44,9 Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt verdient. Die Zahl der Erwerbstätigen lag damit 1,1 Prozent über dem Wert aus dem gleichen Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.

Erneut stieg die Zahl der Arbeitnehmer mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 40,68 Millionen überdurchschnittlich, während die der Selbstständigen und ihrer mithelfenden Angehörigen weiter um 1,7 Prozent auf 4,17 Millionen nachgab.

Im Vergleich zum Schlussquartal 2018 allerdings sank die Zahl der Erwerbstätigen um 0,8 Prozent. Das sei aber in den ersten drei Monaten des Jahres unter anderem wegen des Winterwetters üblich, wie das Bundesamt erläuterte. Der Rückgang sei 2019 auch schwächer ausgefallen als im Schnitt der früheren Jahre.

Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum driften etwas auseinander

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt gilt trotz schwächerer Konjunkturprognosen als gut. Experten zufolge liegt das an einer wachsenden Entkopplung zwischen dem Wirtschaftswachstum und der Nachfrage nach Arbeitskräften.

Dabei spiele laut Forschungsinstitut IAB der Bundesagentur für Arbeit eine Rolle, dass immer mehr Jobs in weniger konjunkturabhängigen Dienstleistungsbereichen entstünden, die Löhne vergleichsweise gering gewachsen seien und die Arbeitszeiten im Trend kürzer würden - diese führe zu mehr Anstellungen.

Die zuletzt knapp an einer Rezession vorbeigeschrammte deutsche Wirtschaft war im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent gewachsen. Ein Grund waren die deutlich gestiegenen Konsumausgaben der Verbraucher. Die Wachstumsprognosen für die kommenden Quartale allerdings sind eher von Skepsis geprägt. So werde die Wirtschaft im zweiten Quartal schon wieder leicht schrumpfen, schätzen Volkswirte.

Auch dürfte 2019 insgesamt ein schwächeres Jahr werden. Bundesregierung und EU-Kommission rechnen mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 0,5 Prozent, nachdem es 2018 noch zu 1,4 Prozent gereicht hatte. Die Wirtschaftsweisen hatten kürzlich ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 0,8 Prozent gesenkt.

rei/dpa

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