Samstag, 28. März 2020

September-Zahlen Arbeitslosigkeit sinkt weniger stark als erwartet

Mehr Erwerbstätige, mehr sozialversicherungspflichtige Jobs - doch die Arbeitslosigkeit fällt im September weniger stark als erwartet

Die Schulferien sind zu Ende, das Ausbildungsjahr beginnt - eigentlich sinkt dann die Arbeitslosigkeit kräftig. In diesem September fällt der Rückgang schwächer aus. Ohne den Saisoneffekt der Herbstbelebung wäre die Arbeitslosigkeit sogar gestiegen.

Nürnberg - Mit dem Beginn des jährlichen Herbstaufschwungs ist die Erwerbslosigkeit in Deutschland um 94.000 auf 2,808 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,2 Punkte auf 6,5 Prozent ab, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag mitteilte.

Volkswirte deutscher Großbanken hatten mit einem deutlich kräftigeren Rückgang gerechnet. Auch in den Vorjahren war das Minus stärker ausgefallen.

Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise räumte ein: "Lässt man übliche saisonale Effekte außen vor, steigt die Arbeitslosigkeit an." Um den alljährlichen Herbstaufschwung bereinigt legte die Zahl der Jobsucher nämlich um 12.000 auf 2,918 Millionen zu - fast ausschließlich getrieben durch die Entwicklung in Westdeutschland.

Erwerbstätigkeit legt zu, mehr sozialversicherungspflichtige Jobs

Aktuell sind dennoch 41.000 Menschen weniger auf Jobsuche als noch vor einem Jahr. Auch Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahmen zu. Nach den jüngsten Daten vom August stieg die Zahl der Erwerbstätigen saisonbereinigt um 26.000 auf 42,82 Millionen. Das sind 355.000 mehr als im Vorjahresmonat. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wuchs um 30.000 auf 30,12 Millionen (Julizahlen). Damit hatten 528.000 mehr Menschen einen regulären Job als im Vorjahr.

Bei den Arbeitsagenturen sind derzeit bundesweit 518.000 offene Stellen gemeldet. Dies ist ein Anstieg binnen Jahresfrist um 46 000. Neue Mitarbeiter sind derzeit besonders gesucht in den Bereichen Metall, Verkehr und Logistik, Mechatronik, Energie und Elektro sowie Verkauf, Maschinen- und Fahrzeugtechnik. Auch im Gesundheitswesen sowie in Hotellerie und Gastronomie wird Personal gebraucht.

rei/dpa

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