Mittwoch, 23. Oktober 2019

Noch in 2013 OECD erwartet raschen Aufschwung für Deutschland

Fernsehturm in Berlin: Deutschland wird das "Powerhouse" in Europa

Die OECD traut der Bundesrepublik ein starkes Comeback zu: Noch in diesem Jahr erwarten die Experten mehr als 2 Prozent Wachstum - ein Vielfaches dessen, was deutsche Ökonomen vorhersagen. Im Rest der Euro-Zone kommt die Erholung nur im Schneckentempo voran.

Paris - Deutschland dürfte nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im ersten Halbjahr 2013 ein kräftiges Wirtschaftswachstum verzeichnen. In einem in Paris vorgestellten Zwischenbericht zur Entwicklung der Weltwirtschaft heißt es, im ersten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland um knapp 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zulegen, im zweiten Quartal dann um fast 0,7 Prozent.

Auf das gesamte Jahr gerechnet bedeutet dies einen Zuwachs von 2,3 beziehungsweise 2,6 Prozent. Die OECD ist damit viel optimistischer als beispielsweise Deutschlands Wirtschaftsweise, die ihre Prognose kürzlich auf 0,3 Prozent gesenkt hatten. Die Einschätzung der OECD deckt sich mit einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey für manager magazin. Bis 2025 halten die Consultants ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 2,1 Prozent pro Jahr für möglich.

Für die Euro-Zone insgesamt rechnet die OECD dagegen mit einem deutlichen "Auseinandergehen" zwischen dem Wachstum in Deutschland und dem in anderen Euro-Staaten, wo die Wirtschaftsleistung nur gering zunehmen oder sogar schrumpfen werde. So befindet sich Frankreich derzeit in einer leichten Rezession: Nach einem Rückgang des BIP um 0,3 Prozent im vierten Quartal 2012 dürfte die Wirtschaft in den ersten drei Monaten 2013 laut OECD nochmals um knapp 0,2 Prozent schrumpfen. Erst im zweiten Quartal gibt es dann wieder ein minimales Wachstum von rund 0,1 Prozent. Für Italien erwartet die Organisation ein Minus von 0,4 Prozent im ersten Quartal.

OECD dringt auf starke EU-Bankenaufsicht

Angesichts der Zypern-Krise hat die OECD eine starke Bankenaufsicht für die Eurozone angemahnt. Der Fall Zypern zeige, dass die "richtigen Institutionen in der Eurozone zum Erhalt der Stabilität des Bankensystems" eingerichtet werden müssten. Zypern sei zwar ein "außergewöhnlicher Fall"; dieser zeige aber, dass Bankenkrisen "direkt und entschieden" entgegengetreten werden müsse.

Die Eurozone bleibe "verletzlich" angesichts der "Zerbrechlichkeit des Bankensystems" und der hohen Schuldenlast der Euro-Staaten, so der OECD-Bericht. "Es müssen schnelle Fortschritte bei der Einrichtung eines umfassenden Systems einer gemeinsamen Bankenaufsicht gemacht werden", fordert die Organisation.

mahi/afp

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