Euro-Zone Erstmals mehr als 18 Millionen Arbeitslose

Mehr als 18 Millionen Menschen ohne Job: Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone ist im Juli auf ein Rekordhoch gestiegen. In Spanien ist jeder Vierte arbeitslos. Der Spielraum für die EZB, die Krise per Notenpresse zu bekämpfen, wird zugleich kleiner: Die Inflation ist kräftig gestiegen.
Arbeitsamt in Madrid: Vor allem junge Menschen sehen in Spanien kaum noch Perspektiven

Arbeitsamt in Madrid: Vor allem junge Menschen sehen in Spanien kaum noch Perspektiven

Foto: JUAN MEDINA/ REUTERS

Luxemburg - 18.002.000 Menschen waren im Juli ohne Arbeit und somit 88.000 Menschen mehr als im Vormonat, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mitteilte. Das entspricht einer Rekordarbeitslosenquote von 11,3 Prozent.

Die Quote hatte bereits im Juni laut von Eurostat nach oben korrigierten Angaben 11,3 Prozent betragen. Die Anzahl der Arbeitslosen in den 17 Euro-Ländern lag im Vormonat aber mit rund 17,9 Millionen jedoch noch unter der 18-Millionen-Marke. In der gesamten EU blieb die Quote unverändert zum Vormonat auf dem Rekordwert von 11,4 Prozent.

In der Euro-Zone besonders hart betroffen sind die Krisenstaaten Spanien und Griechenland. In Spanien waren im Juli 25,1 Prozent der Menschen arbeitslos und damit mehr als noch im Vormonat. Die letzten Zahlen für Griechenland beziehen sich auf den Mai und weisen eine Arbeitslosenquote von 23,1 Prozent aus. Im Vormonat waren es dort 22,5 Prozent gewesen.

Deutschland gehört zu den Euro-Ländern mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die Gruppe wird angeführt von Österreich mit einer Quote von 4,5 Prozent, gefolgt von den Niederlanden mit 5,3 Prozent sowie Deutschland und Luxemburg mit jeweils 5,5 Prozent.

Teure Energie treibt Inflation - Spielraum für EZB wird kleiner

Zugleich wird der Spielraum der EZB, durch einen Einsatz der Notenpresse die Krise zu bekämpfen, geringer: Die Inflation in der Euro-Zone ist im August unerwartet kräftig auf 2,6 Prozent gestiegen. Dabei dürften die gestiegenen Benzin- und Nahrungsmittelpreise eine Rolle gespielt haben, die auch in Deutschland die Teuerung nach oben trieben. Hierzulande waren die Preise im europäischen Vergleich (HVPI) zum Vorjahr um 2,2 Prozent gestiegen.

Die Inflationsrate ist nun höher als der EZB lieb sein dürfte, die am kommenden Donnerstag über die Zinspolitik entscheidet. Experten hatten lediglich mit einer Teuerung von 2,5 Prozent gerechnet.

Ökonomen sind sich uneins, ob die Zentralbanker angesichts der gestiegenen Inflation eine Senkung des Schlüsselzinses von 0,75 auf das historisch niedrige Niveau von 0,5 Prozent wagen werden. Die EZB sieht mittelfristig stabile Preise bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

la/afp/reuters
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