Rezession Italiens Wirtschaft schrumpft weiter

Italiens Wirtschaft verharrt in der Rezession, die Wirtschaftsleistung fällt auch im ersten Quartal weiter ab. Es sei nur eine Frage der Zeit, dass nach Spanien vermutlich auch Italien Hilfe beantragt, sagen Analysten.
Ministerpräsident Monti: Der Reformwille der Regierung sei erlahmt, sagen Analysten. Italien gilt als nächster Wackelkandidat in der Schuldenkrise

Ministerpräsident Monti: Der Reformwille der Regierung sei erlahmt, sagen Analysten. Italien gilt als nächster Wackelkandidat in der Schuldenkrise

Foto: Gregorio Borgia/ AP

Rom - Italiens Wirtschaft ist Anfang 2012 so stark geschrumpft wie seit drei Jahren nicht mehr. Vor allem der sinkende Privatkonsum sorgte dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis März um 0,8 Prozent zum Vorquartal zurückging, wie das Statistikamt nach endgültigen Berechungen mitteilte.

Die Verbraucher gaben 1 Prozent weniger aus und bremsten die Konjunktur damit deutlich. Schwung kam lediglich vom Außenhandel - das aber auch nur, weil die Exporte mit 0,6 Prozent weniger stark sanken als die Importe mit 3,6 Prozent.

Das hoch verschuldete Italien steckt mitten in der Rezession. Die drittgrößte Volkswirtschaft im Euroraum schrumpft seit drei Quartalen und dürfte nach Einschätzung der EU-Kommission 2012 rund 1,4 Prozent nachgeben.

Die Regierung unter Mario Monti will mit hartem Sparkurs gegensteuern und verlorenes Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewinnen. Dennoch gilt vielen Experten das Land als nächster Wackelkandidat in der Schuldenkrise.

Nach dem geplanten Hilfsantrag Spaniens für seine Banken beim Euro-Rettungsschirm dürfte der Commerzbank zufolge nun Italien verstärkt in den Fokus der Märkte rücken. "Die Konjunktur ist zu Jahresbeginn eingebrochen, und der Reformwillen der italienischen Politik ist offensichtlich bereits wieder deutlich erlahmt", sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. "So könnte auch ein Hilfsantrag Italiens nur eine Frage der Zeit sein."

rei/rtr
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