Weniger Bestellungen Schuldenkrise belastet Maschinenbau

Deutschlands Maschinenbauer leiden zusehends unter der Euro-Schuldenkrise. Im April gingen den sechsten Monat in Folge weniger Bestellungen ein als im Vorjahr. Die von hohen Wachstumsraten verwöhnte Branche zeigt sich dennoch zuversichtlich.
Maschinen "Made in Germany" sind wegen der Schuldenkrise in Europa weniger gefragt. Bestellungen aus Nicht Euro-Länder dagegen nehmen zu

Maschinen "Made in Germany" sind wegen der Schuldenkrise in Europa weniger gefragt. Bestellungen aus Nicht Euro-Länder dagegen nehmen zu

Foto: Uwe Anspach/ dpa

Düsseldorf - Der Abwärtstrend bei der Nachfrage nach Maschinen "Made in Germany" hält an. Im April sanken die Bestellungen den sechsten Monat in Folge im Vergleich zum Vorjahr, das von rasanten Zuwachsraten geprägt war.

Die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltende Branche übt sich dennoch in Zuversicht. "Insgesamt bleiben wir bei unserem Konjunkturbild einer zwar störanfälligen, aber gleichwohl positiven Entwicklung in den nächsten Monaten, so dass wir zu neuem Wachstum kommen werden", sagte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Er schränkte allerdings ein, die Lösung der Euro-Krise sei Voraussetzung.

Insgesamt ging der Auftragseingang im April um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Das Inlandsgeschäft sank um 14 Prozent, die Auslandsnachfrage um 9 Prozent. Die Branche bekommt vor allem die Investitionszurückhaltung der schuldengeplagten Länder im Euro-Raum zu spüren. Deren Bestellungen gingen wie schon im Vormonat um 17 Prozent zurück.

VDMA-Experte Wiechers betonte aber, es gebe erste Lichtblicke aus Nicht-Euro-Ländern, die immerhin für mehr als die Hälfte des gesamten Branchenumsatzes stünden. "Zwar steht im Vorjahresvergleich auch hier noch ein Minus, aber die Bestellkurve zeigt deutlich nach oben".

Bestellkurve aus Nicht-Euro-Ländern zeigt nach oben

Besonders erfolgreich seien die deutschen Maschinenbauer auf den Märkten im Nahen und Mittleren Osten, in Russland und Südostasien gewesen. Dagegen sanken die Orders in Ostasien - insbesondere in China. Das Riesenreich sei allerdings der Wachstumsbringer der vergangenen beiden Jahren gewesen, so dass "wir uns also hier auf einem hohen Niveau bewegen, insofern die Einbußen nicht dramatisch sind", betonte Wiechers.

Im Vergleich zum Dreimonatszeitraum Februar bis April, der weniger von kurzfristigen Schwankungen beeinflusst wird, lag das Minus insgesamt bei 9 Prozent. Die Inlandsaufträge sanken um 10 Prozent, die Auslandsaufträge um 9 Prozent.

Die deutsche Maschinenbaubranche mit ihren rund 962.000 Beschäftigten ist von einer Vielzahl mittelständischer Firmen geprägt, zu ihr gehören aber auch börsennotierte Unternehmen wie ThyssenKrupp , Gea , Gildemeister  oder Heidelberger Druck .

rei/rtr
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