Preissteigerung Billigeres Öl bremst Inflation

Benzin ist etwas billiger geworden - schon gibt auch die Geldentwertung nach. Im Mai ist die Inflation offenbar erstmals seit Dezember 2010 unter die Marke von 2,0 Prozent gerutscht. Nach Ansicht von Experten handelt es sich jedoch nur um eine Momentaufnahme.
Drohwirkung sinkt: Günstigeres Benzin lässt die Inflation langsamer steigen

Drohwirkung sinkt: Günstigeres Benzin lässt die Inflation langsamer steigen

Foto: dapd

Wiesbaden - Die Inflationsrate wird im Mai voraussichtlich erstmals seit Dezember 2010 unter die Marke von 2,0 Prozent fallen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat werde die Teuerung bei 1,9 Prozent liegen, erwartet das Statistische Bundesamt laut Mitteilung vom Dienstag auf Basis bereits vorliegender Ergebnisse. Gegenüber April falle der Verbraucherpreisindex damit um 0,2 Prozent.

Damit herrschen nach Definition der Europäischen Zentralbank wieder stabile Preise. Diese sieht sie bei Werten bis knapp unter 2 Prozent gewährleistet.

Als Grund für den Rückgang nannten die Wiesbadener Statistiker die Preisentwicklung beim Öl. So seien die Kraftstoffpreise erstmals in diesem Jahr gegenüber dem Vormonat gesunken. Der für die EU errechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex soll auf Jahressicht um 2,1 Prozent steigen und im Vergleich zum April um voraussichtlich 0,3 Prozent fallen.

Aus Sicht der Commerzbank wird der Abwärtstrend der Inflationsrate aber wohl nicht lange anhalten: "Durch die niedrige Arbeitslosigkeit und die höheren Lohnabschlüsse dürften die Verbraucherpreise bald auf breiter Front stärker steigen." Die Unternehmen würden versuchen, die steigenden Kosten auf die Verbraucher abzuwälzen.

Nach Prognose von Sal. Oppenheim-Expertin Ulrike Kastens werden die deutschen Verbraucherpreise künftig deutlicher zulegen als in der Euro-Zone. Bisher war es zumeist umgekehrt. "Unsere Konjunktur läuft besser als anderswo, und auch die Löhne steigen bei uns schneller", sagte Kastens. 2013 dürften die Preise hierzulande um durchschnittlich zwei Prozent zulegen, in der Euro-Zone insgesamt dagegen nur um 1,7 Prozent.

nis/ap/dpa/rtr
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