Trotz Griechenland-Krise Verbraucher wieder optimistischer

Während Deutschlands Manager angesichts der Lage in Athen zunehmend verunsichert sind, lässt ein möglicher Euro-Austritt Griechenlands die hiesigen Konsumenten eher kalt. Nach einer kurzen Schwächephase hat sich die Verbraucherstimmung wieder stabilisiert.
Foto: Marc Müller/ dpa

Berlin - Der GfK-Konsumklimaindex blieb mit 5,7 Punkten für Juni unverändert, teilte die GfK am Freitag mit. Zuvor war es zwei Monate in Folge gesunken. "Damit stabilisiert sich das Konsumklima wieder und startet robust in den Sommer", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Die Konjunkturaussichten schätzen die Verbraucher optimistischer als im Vormonat ein - offenbar noch unter dem Eindruck des starken ersten Quartals, in dem die deutsche Wirtschaft um kräftige 0,5 Prozent wuchs. "Trotz rezessiver Tendenzen in Europa sowie der steigenden Verunsicherung durch die Schuldenkrise sehen die Bundesbürger die deutsche Wirtschaft weiter im Aufschwung", sagte Bürkl. "Auch die Wahlen in Frankreich und Griechenland hatten bisher keine negativen Auswirkungen." Der Indikator legte bereits den dritten Monat in Folge zu, und das gleich um gut elf auf 19,6 Zähler.

Auch die Konsumlaune der Bundesbürger ist trotz der internationalen Turbulenzen gestiegen. Die Anschaffungsneigung kann einen Teil ihrer starken Verluste aus dem Vormonat wieder wettmachen. Dieses Barometer liegt nach einem Zuwachs von 4,4 auf 32 Zähler in etwa auf dem Vorjahresniveau. "Vor allem die stetig besser werdende Beschäftigung sorgt bei den Verbrauchern für Planungssicherheit, die gerade für größere Anschaffungen ein wichtiges Kriterium darstellt", sagte Bürkl. Historisch niedrige Zinsen veranlassen die Konsumenten eher dazu, werthaltige Anschaffungen zu tätigen, als ihr Geld für Mini-Renditen auf die hohe Kante zu legen.

Einen leichten Dämpfer gab es hingegen für die Einkommenserwartungen. Dieser Indikator fiel um einen Punkt auf 32 Zähler. Zwar rechnen die Verbraucher mit steigenden Einkommen. "Ein Unsicherheitsfaktor für die Entwicklung der Kaufkraft ist und bleibt jedoch die Inflation", sagte Bürkl. Wegen sinkender Benzinpreise haben die Inflationssorgen zwar etwas abgenommen. Allerdings befürchten viele Verbraucher, dass die Preise künftig stärker steigen könnten als in den vergangenen Jahren.

Die nicht enden wollende Schuldenkrise schlägt sich in der Stimmung der deutschen Manager dagegen deutlicher nieder: Das Ifo-Geschäftsklima trübte sich im Mai erstmals seit Oktober 2011 wieder ein, und das deutlich stärker als erwartet.

mg/rtr/dpa-afx
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