Starke Binnennachfrage Deutsche Wirtschaft soll bald boomen

Die Entspannung in der europäischen Staatsschuldenkrise gibt der deutschen Wirtschaft nach Einschätzung von Experten Auftrieb. Bereits ab kommendem Jahr soll es in Deutschland Hochkonjunktur geben.
Einkaufszentrum in Hamburg: Treiber des Aufschwungs ist nach Ansicht der Experten die starke Binnennachfrage

Einkaufszentrum in Hamburg: Treiber des Aufschwungs ist nach Ansicht der Experten die starke Binnennachfrage

Foto: ECE, Hamburger Meile, Hamburg

Berlin - Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwarte 2012 in Deutschland ein Wachstum von 0,7 Prozent, teilte das Institut mit. Im Winter hatten die Forscher ihre Erwartungen wegen der Krise noch von 0,8 auf 0,5 Prozent zurückgenommen. 2013 erwarten die Forscher sogar den "Eintritt in die Hochkonjunktur" mit einem Wachstum von 1,9 Prozent.

"Die Konjunktur wird im Laufe dieses Jahres spürbar anziehen und damit die Schwächephase der vergangenen Herbst- und Wintermonate überwinden", erklärte IfW-Konjunkturchef Joachim Scheide in der Frühjahrsprognose des Instituts. Die Kieler stimmen mit ihrer Einschätzung mit der Prognose der Bundesregierung überein.

Besonders optimistisch zeigte sich jüngst das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Es erwartet ein Wachstum von 1,3 Prozent 2012 und 2,2 Prozent im nächsten Jahr. Schwächer fallen dagegen die Erwartungen von Bundesbank und Deutscher Bank aus mit einem Wachstum von 0,6 beziehungsweise 0,5 Prozent in diesem Jahr.

Steigende Lohnstückkosten

Die Schwächephase der Herbst- und Wintermonate werde überwunden, schreibt das IfW. Der Arbeitsmarkt werde weiter beflügelt und die Zahl der Arbeitslosen auf 2,77 Millionen im Schnitt des laufenden Jahres zurückgehen, rund 200.000 weniger als 2011. Im nächsten Jahr sei mit 2,56 Millionen Arbeitslosen zu rechnen.

Infolge des robusten Arbeitsmarktes soll auch der private Konsum weiter zulegen. Im Inland dürfte das "extrem niedrige Zinsniveau" Investitionen einen Schub geben. Der Wohnungsbau wird nach der IfW-Prognose weiter kräftig expandieren. Allerdings sollen auch die Verbraucherpreise mit 2,5 Prozent (2012) und 2,4 Prozent (2013) anziehen. Neben höheren Energiepreisen könnten steigende Lohnstückkosten durchschlagen.

Für den Export gibt es nach Einschätzung der Kieler Wirtschaftsexperten wieder positivere Perspektiven. Er habe unter der Rezession in Ländern des Euro-Raumes sowie einer verlangsamten Expansion in Schwellenländern gelitten. In mehreren Ländern habe sich die Stimmung nicht weiter verschlechtert, zum Teil sogar leicht aufgehellt, schreibt das IfW. Die Einfuhren dürften mit 3,5 Prozent 2012 und 5,7 Prozent im kommenden Jahr allerdings stärker zulegen als die Ausfuhren, so dass der Beitrag des Außenhandels zum Bruttoinlandsprodukt insgesamt negativ sein werde.

mg/ts/rtr/dpa

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