Freitag, 15. November 2019

Hohe Energiekosten Inflation verharrt bei mehr als 2 Prozent

Energie im Schnitt um 7,2 Prozent teurer: Im Januar sind die Preise für Heizöl zweistellig und damit überdurchschnittlich stark gestiegen

Teure Energie bleibt einer der größten Preistreiber in Deutschland. Mit 2,1 Prozent ist die Inflationsrate hierzulande im Januar stärker gestiegen als erwartet. Besonders die Preiserhöhungen für Heizöl ziehen den Verbrauchern das Geld aus der Tasche.

Wiesbaden - Anders als zunächst ermittelt, stiegen die Verbraucherpreise im Januar auf Jahressicht um 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. Ursprünglich hatten die Statistiker eine Jahresteuerung von 2,0 Prozent erwartet. Auch im Dezember hatte die Inflationsrate bereits bei 2,1 Prozent gelegen.

Im Januar wurde die Inflation einmal mehr durch einen Anstieg der Energiepreise von 7,2 Prozent im Jahresvergleich angetrieben. Besonders tief in die Tasche greifen mussten die Verbraucher in der kalten Jahreszeit für Heizöl, das sich um 17,2 Prozent verteuerte. Die Spritpreise stiegen um 6,4 Prozent. Ohne Energie hätte die Preissteigerungsrate zu Jahresbeginn nur bei 1,5 Prozent gelegen.

Gegenüber Dezember verteuerte sich Energie um 1,9 Prozent. Heizöl legte um 3,9 Prozent zu, die Preise an den Zapfsäulen stiegen um 2,7 Prozent. Einen kleinen Lichtblick gab es bei den Strompreisen: Der Anstieg fiel mit 1,1 Prozent deutlich schwächer aus als vor einem Jahr. Damals waren die Strompreise binnen Monatsfrist um 5,0 Prozent in die Höhe geschossen.

Inflation 2011 bei 2,3 Prozent - Rückgang auf 1,8 Prozent 2012 erwartet

Für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke mussten die Verbraucher 3 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr. Besonders stark war der Preisanstieg binnen Jahresfrist unter anderem bei Kaffee (plus 17,7 Prozent) und Margarine (plus 24,2 Prozent). Erheblich günstiger wurde dagegen Gemüse (minus 9,5 Prozent).

Im Vergleich zum Dezember sanken die Preise um 0,4 Prozent. Der Rückgang im Januar ist üblich: Mit dem Ende der Weihnachtsferien verbilligen sich insbesondere Reisen deutlich. Bei Pauschalreisen verzeichneten die Statistiker einen Rückgang um 16,8 Prozent, Fliegen wurde 4,2 Prozent billiger.

Für das Gesamtjahr 2011 hatten die Experten eine Inflationsrate in Höhe von 2,3 Prozent errechnet. Für dieses Jahr rechnen Analysten mit einem Rückgang auf 1,8 Prozent, weil sich Rohstoffe wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung nicht mehr so stark verteuern dürften. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht bei Werten von knapp unter 2 Prozent von stabilen Preisen.

mg/dpa-afx/rtr/afp

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