Freitag, 22. November 2019

Zähe Krisen Europas Wirtschaft im Dämmerzustand

Ohne Schwung: Wirtschaft in Euro-Land schöpft nur sehr langsam Hoffnung

Die Lage ist ernüchternd. Die Wirtschaft im Euro-Raum dümpelt nicht nur vor sich hin, die Lage spitzt sich nach Angaben des Ifo-Instituts sogar weiter zu. Lediglich in Deutschland und Estland laufe es gut. Immerhin rechnen mehr und mehr Unternehmen damit, dass es irgendwann in diesem Jahr aufwärts geht.

Hamburg - Die Krise ist zäh. Die Wirtschaft in der Euro-Zone rangiert nach einem Test des Münchener Ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts weiterhin auf niedrigem Niveau. Lediglich in Deutschland und Estland wurde die aktuelle Wirtschaftslage insgesamt als gut, in Finnland sowie der Slowakei als zufriedenstellend bewertet.

In den meisten anderen Euro-Staaten hat sich die aktuelle wirtschaftliche Situation im Vergleich zur Vorquartalsumfrage aber weiter zugespitzt und wird nun als ungünstig oder schwach angesehen, wie beispielsweise in Österreich, den Niederlanden, Belgien, Irland, Frankreich und Italien. In Griechenland, Portugal, Spanien und nun auch Zypern wurde die aktuelle wirtschaftliche Situation gar mit den niedrigst möglichen Bewertungen auf der Skala überhaupt beurteilt.

Einziger Lichtblick: Nur die Erwartungen für die nächsten sechs Monate hellten sich gegenüber dem vierten Quartal 2011 etwas auf. Die entsprechende Komponente des Euro-Raum-Geschäftsklimaindexes des Ifo-Instituts stieg deutlich von zuvor 57,4 auf nunmehr 70,5 Indexpunkte. Auch das aber ist immer noch Meilen von einer passablen Lage entfernt. Und die positiven Erwartungen beschränken sich auch noch auf Irland, Luxemburg und Slowenien.

Unter dem Strich - und infolge der erkennbar verbesserten Erwartungen - stieg der Ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima in den Euro-Staaten von 83,7 Punkten im vierten Quartal 2011 auf nunmehr 84,8 Punkte. Der Durchschnitt der Jahre 1996 bis 2011 liegt bei 109 Punkten Das Fazit des Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn: Für den Euro-Raum kann keine konjunkturelle Entwarnung gegeben werden."

Ein ähnliches Bild zeichnete erst vor Kurzem der Internationale Währungsfonds (IWF) von der Wirtschaftslage in Europa. Nach IWF-Einschätzung wird die Euro-Zone in diesem Jahr an einer Rezession nicht vorbeikommen. Andere Experten sind optimistischer: Europäische Firmen blicken laut einer Umfrage zum dritten Mal in Folge zuversichtlich in die Zukunft. Insbesondere Deutschland werde wohl von einer Rezession verschont. Wahrscheinlich ist sogar ein erkennbares Wachstumsplus auf Jahressicht drin. Dafür sprechen auch weitere Konjunkturindikatoren aus der Bundesrepublik.

Während der Euro-Zone eine Rezession droht, haben Unternehmen hierzulande ihre Produktion wieder hochgefahren - und zwar so schnell wie seit Juni nicht mehr. Auch der Jobaufbau kam wieder in Gang, wenn auch weit schleppender als im Jahresschnitt 2011, wie zuletzt das britische Markit-Marktforschungsinstitut berichtet hat.

kst

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