Mittwoch, 16. Oktober 2019

Neuer Optimismus Aufträge für deutsche Industrie legen zu

Maschinenbau: Die Auftragsbücher sind voll, der Ausblick ist optimistisch

Deutschland unter Dampf: Die Aufträge für die deutsche Industrie sind im Dezember stärker gestiegen als erwartet - vor allem dank steigender Aufträge außerhalb der Euro-Zone. Auch beim deutschen Mittelstand steigt die Zuversicht.

Berlin - Der deutsche Mittelstand ist zuversichtlich ins neue Jahr gestartet. Sowohl die Geschäftserwartungen als auch das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen stiegen im Januar deutlich, wie aus dem am Montag veröffentlichten Ifo-Mittelstandsbarometer der staatlichen Bankengruppe KfW hervorgeht.

So legte das Geschäftsklima um 1,5 auf 17,5 Punkte zu. Grund dafür seien die Geschäftserwartungen, die sich im Januar kräftig verbesserten, wurde betont. Nachdem sie im Dezember noch im negativen Bereich gelegen hatten, erreichten sie nun 4,6 Punkte. Angesichts der positiven Entwicklung halte er einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um ein Prozent im laufenden Jahr weiter für wahrscheinlich, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch.

Die Aufträge für die deutsche Industrie sind zudem im Dezember dank gestiegener Auslandsaufträge stärker gestiegen als erwartet. Vor allem die robuste Entwicklung außerhalb der Euro-Zone stützte die Aufträge. Ökonomen zeigten sich angesichts der zuletzt verbesserten Frühindikatoren zuversichtlich für die weitere Entwicklung.

Im Monatsvergleich seien die Auftragseingänge im Dezember um 1,7 Prozent geklettert, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mit. Von dpa-AFX befragte Experten hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet. Im November war die Produktion noch um revidierte 4,9 (zunächst 4,8) Prozent gefallen. Im Jahresvergleich blieben die Aufträge im Dezember arbeitstäglich bereinigt unverändert, nach einem Rückgang von 4,3 Prozent im Vormonat.

Positiver Trend in Deutschland - Volkswirte optimistisch

Der deutliche Anstieg der Industrieaufträge in Deutschland vom Dezember bestätigt laut Commerzbank die zuletzt guten Umfragewerte. So hatten sich zuletzt Frühindikatoren wie das ifo-Geschäftsklima und die Einkaufsmanagerindizes aufgehellt. "Die bessere Beurteilung der Aufträge in den Unternehmensumfragen macht Hoffnung, dass die Bestellungen auch in den kommenden Monaten steigen werden", schreibt die Commerzbank in einer Studie. Dies sollte die Industrieproduktion im Frühjahr stabilisieren. "Wir erwarten, dass die deutsche Wirtschaft bereits im ersten Quartal wieder wächst."

Angesichts besserer Stimmungsdaten ist laut Postbank im Frühjahr mit einer konjunkturellen Belebung zu rechnen. "Dann sollten auch die Aufträge ihren derzeit unterbrochenen Aufwärtstrend wieder aufnehmen." Im Dezember hätten die deutschen Industrieaufträge jedoch noch ihre schwankungsanfällige Entwicklung der vergangenen Monate zum Jahresausklang fortgesetzt.

Der Umfang der Großaufträge sei im Dezember unterdurchschnittlich gewesen, so die Mitteilung. Kräftige Nachfrageimpulse seien im Monatsvergleich aus den nicht zur Eurozone gehörenden Länder gekommen (plus 12,3 Prozent). Die Bestellungen aus der Euro-Zone gingen hingegen deutlich um 6,8 Prozent zurück. Insgesamt legte die Auslandsnachfrage um 4,3 Prozent zu. Die Inlandsaufträge haben sich im Dezember dagegen um 1,4 Prozent abgeschwächt.

Besonders deutlich war der Zuwachs bei den Investitionsgüterherstellern (plus 2,8 Prozent). Die Nachfrage nach Konsumgütern nahm ebenfalls spürbar zu (plus 1,9 Prozent). Die Auftragseingänge der Vorleistungsgüterproduzenten veränderte sich hingegen nicht.

la/dpa/apd

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung