Freitag, 18. Oktober 2019

Produktionszuwachs Deutsche Industrie schaltet hoch

Hoffnungsschimmer: Während die Euro-Zone schwächelt, zeigt sich Deutschland weiterhin als Konjunkturmotor

Während der Euro-Zone eine Rezession droht, fahren Unternehmen in Deutschland ihre Produktion wieder hoch - und zwar so kräftig wie seit Juni nicht mehr. Auch in China und den USA zeigt sich die Industrie stärker als zuletzt befürchtet. Börsianer sind entzückt.

Berlin / New York - Zeichen der Stärke aus Deutschland, China und den USA: Die Unternehmen in Deutschland haben nach drei Monaten Flaute ihre Produktion wieder hochgefahren - und zwar so schnell wie seit Juni nicht mehr. Auch der Jobaufbau kam wieder in Gang, wenn auch weit schleppender als im Jahresschnitt 2011, wie am Mittwoch aus einer Markit-Umfrage unter 500 Firmen hervorging.

Das Markit-Barometer für Januar stieg um 2,6 auf 51,0 Zähler. In der Industrie der anderen Euro-Zonen Schwergewichte Frankreich, Italien und Spanien hingegen blieb das Barometer deutlich unter der Wachstumsmarke von 50 Punkten, während Griechenland weiter tief in der Rezession steckt.

Im gesamten Euro-Währungsraum stieg das Barometer um 1,9 auf 48,8 Zähler. Damit schrumpften die Geschäfte den sechsten Monat in Folge, die Talfahrt verlangsamte sich aber. "Das nährt die Hoffnung, dass die Peripherie das Schlimmste hinter sich haben könnte und der Tiefpunkt letzten Herbst endgültig überwunden ist", sagte Markit-Experte Rob Dobson.

Deutschland ist der konjunkturelle Hoffnungsträger der gesamten Euro-Zone. Der Sparkassendachverband DSGV hält 2012 ein Wirtschaftswachstum von gut einem Prozent in diesem Jahr für möglich. Die Bundesregierung erwartet ein Plus von 0,7 Prozent. Im Vorjahr hatte das Bruttoinlandsprodukt noch um drei Prozent zugelegt.

Auch US-Industrie nimmt zum Jahresbeginn Fahrt auf

Die US-Industrie hat unterdessen im Januar ebenso wie Deutschland Fahrt aufgenommen. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg auf 54,1 von 53,1 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Mittwoch mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 54,5 Punkte gerechnet.

Ab Werten von 50 Punkten wird Wachstum signalisiert. Die Firmen verbuchten deutlich steigende Aufträge und stellten weiter ein. Der Jobaufbau verlangsamte sich allerdings etwas. Die Industrie werde trotz des konjunkturellen Gegenwinds dieses Tempo beibehalten, sagte Analyst Tom Porcelli von RBC Capital Markets.

China: Einkaufsmanagerindex hält sich über 50 Punkten

Im laufenden Jahr belastet nun die globale Konjunkturabkühlung und die Schuldenkrise. Dies spürt auch Exportweltmeister China. Seine Industrie ist nach Regierungsdaten zwar unerwartet gut ins Jahr gestartet. Der Einkaufsmanagerindex für den Sektor legte um 0,2 auf 50,5 Punkte zu - dieser Wert war besser als von Beobachtern erwartet.

Das Barometer für die Auslandsaufträge sackte aber deutlich ab. "Da die ausländische Nachfrage merklich an Schwung verliert, wird es für Chinas Exporteure zunehmend schwieriger", erklärte der chinesische Finanzminister Xie Xuren. Bundeskanzlerin Angela Merkel will auf ihrer viertägigen China-Reise Regierungskreisen zufolge um Vertrauen für die Stabilisierung der Euro-Zone werben. China hat einen Beitrag dazu nicht ausgeschlossen, sich jedoch bisher nicht festgelegt.

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