Freitag, 6. Dezember 2019

Trotz Schuldenkrise Exporteure zurück auf Erfolgskurs

Containerterminal im Hamburger Hafen: Von Januar bis November haben die deutschen Unternehmen Waren im Wert von 976 Millionen Euro ausgeführt

Vergessen ist das Tief vom Oktober, für November zeigt die Kurve wieder klar nach oben: Die deutschen Unternehmen trotzen der Euro-Schuldenkrise und haben ihre Exporte deutlich gesteigert. Doch der Ausblick bleibt trübe.

Wiesbaden - Die Exporte haben im November 2011 im Vergleich zum Vormonat um 2,5 Prozent zugelegt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Plus um 0,5 bis 0,7 Prozent gerechnet. Damit wurde der im Oktober erlittene Rückgang von 2,9 Prozent nahezu ausgeglichen. Insgesamt wurden Waren im Wert von 94,9 Milliarden Euro ins Ausland geliefert. Das sind 8,3 Prozent mehr als im November 2010.

Die Importe fielen im November um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Analysten hatten mit einem Plus von 1,1 Prozent gerechnet. Insgesamt wurden Waren im Wert von 78,7 Milliarden Euro eingeführt - 6,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Damit haben die deutschen Exporteure in den ersten elf Monaten 2011 Waren im Wert von rund 976 Milliarden Euro ausgeführten. Der Außenhandelsverband hatte Anfang Dezember auf Basis eigener Berechnungen gemeldet, dass die Billionengrenze durchbrochen sei. Er erwartet Ausfuhren im Wert von 1,075 Billionen Euro im Gesamtjahr 2011. Die bereinigte Handelsbilanz - die Differenz zwischen Ein- und Ausfuhren - fiel mit 15,1 Milliarden Euro unerwartet hoch aus.

Weniger Bestellungen von Ländern außerhalb des Euro-Raums

"Von einem Einbruch der Exporte, der nach dem deutlichen Rückgang der Stimmungsindikatoren weltweit und nach den schlechten Wirtschaftszahlen aus dem Euro-Raum befürchtet worden war, ist bisher nichts zu sehen", kommentieren die Analysten der Commerzbank. Trotzdem dürften die Ausfuhren im vierten Quartal im Vergleich zum dritten Quartal nahezu stagniert haben.

Auch der Ausblick der Commerzbank-Experten fällt skeptisch aus. Obwohl die jüngste Stabilisierung der weltweiten Stimmungsindikatoren Hoffnung auf eine Trendwende mache, dürften die mageren Auftragseingänge aus dem Ausland sich nach und nach bei den Ausfuhren bemerkbar machen. Bereits im November habe die deutsche Industrie gut 10 Prozent weniger Aufträge aus dem Ausland erhalten als noch im Sommer.

"Eine der tragenden Säulen des deutschen Aufschwungs gerät damit ins Wanken", heißt es weiter. Besonders kritisch bewertet die Commerzbank, dass ausgerechnet die Bestellung von Ländern außerhalb des Euro-Raums in den vergangenen Monaten zurückgingen. Analysten vom Bankhaus Metzler äußern sich ähnlich: Das deutliche Minus in diesem Bereich sei ein "weiteres Indiz dafür, dass sich der Abschwung in den Schwellenländern fortsetzt".

Dabei wäre es für die exportlastige deutsche Wirtschaft umso wichtiger, auf stabile Nachfrage außerhalb des Währungsraums bauen zu können. Denn das größte Risiko für die Konjunktur in Deutschland bleibt nach einhelliger Meinung der Experten die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum.

mg/dpa-afx/rtr

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