Konsumklima Vorsichtige Deutsche zögern Einkäufe hinaus

Die vom Marktforscher GfK befragten Bürger beurteilen die Wirtschaftsaussichten erstmals seit sechs Monaten besser als zuvor. Sie rechnen auch zunehmend mit mehr Einkommen - wollen aber weniger davon ausgeben.
Teure Kleider: Höheres Einkommen, aber vorerst Verzicht hierzulande

Teure Kleider: Höheres Einkommen, aber vorerst Verzicht hierzulande

Foto: Fernando Leon/ Getty Images for Jeffrey New Yor

Nürnberg - Die Stimmung der Verbraucher hat sich zum Jahresausklang stabilisiert. Die Menschen schätzten im Dezember die wirtschaftliche Entwicklung erstmals seit Monaten wieder optimistischer ein und rechneten auch mit höheren Einkommen, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Konsumklima-Studie des Nürnberger Marktforschers GfK hervorgeht.

Allerdings trübte sich zum Weihnachtsgeschäft die Kauflaune spürbar ein, wie GfK-Autor Rolf Bürkl betonte. Für den Konsumklimaindex, der sich aus Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie Anschaffungsneigung zusammensetzt, prognostizierte er für Januar mit 5,6 Punkten den gleichen Wert wie für Dezember.

Mit Blick auf die jüngste Umfrage werde der private Konsum "weiterhin seiner Rolle als wichtige Stütze der Konjunktur gerecht", hieß es weiter in der Mitteilung. Allerdings habe die Verbraucherstimmung zum Jahresende ein "zwiespältiges Bild" gezeigt.

Während sich die Konjunkturerwartungen erstmals seit einem halben Jahr zulegten und sich mit -0,9 Zählern dem langjährigen Durchschnitt näherten sowie die Einkommenserwartungen erneut stiegen, habe die Anschaffungsneigung einen spürbaren Dämpfer erhalten. Allerdings liege der zuletzt ermittelte Wert der Kauflaune mit 27,4 Punkten "immer noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau". Im Vormonat war die Anschaffungsneigung noch um 9,1 Punkte auf 40,3 Punkte gestiegen.

Die GfK-Experten sehen im privaten Konsum eine wichtige Stütze für die weitere konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Mit Hilfe der Verbraucher könne eine Rezession in der führenden Volkswirtschaft der Eurozone vermieden werden. Allerdings sei es "unabdingbar, dass die politischen Entscheidungsträger die Krise entschlossen und einmütig angehen und zu einer nachhaltigen Lösung kommen".

Volkswirt Christian Schulz von der Berenberg Bank kommentierte, die Umfrage sei "ein weiteres gutes Zeichen" für positive Impulse von der Binnennachfrage. "Diese können die abzusehenden Rückschläge vom Außenhandel und bei den Firmeninvestitionen abfedern." Dekabank-Ökonom Andreas Scheuerle prognostizierte, der private Konsum dürfte um etwa 1,3 Prozent zulegen - nach einem durchschnittlichen Wachstum von 0,25 Prozent pro Jahr von 2002 bis 2010. "Das ist eine andere Welt", so Scheuerle.

ak/dapd/dpa-afx
Mehr lesen über