Preisdruck lässt nach Teuerungsrate fällt auf 2,4 Prozent

Der Preisdruck in Deutschland lässt nach. Die Inflationsrate fiel im November den zweiten Monat in Folge, liegt aber noch bei 2,4 Prozent. Preistreiber war erneut Energie. Ohne sie hätte die Rate bei 1,4 Prozent gelegen.
Plus 28,5 Prozent: Die Preise für Heizöl und andere Energieträger zogen im November deutlich an. Insgesamt fiel die Inflationsrate aber

Plus 28,5 Prozent: Die Preise für Heizöl und andere Energieträger zogen im November deutlich an. Insgesamt fiel die Inflationsrate aber

Foto:

DPA

Berlin - Waren und Dienstleistungen in Deutschland kosteten im Schnitt 2,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, bestätigte das Statistische Bundesamt eine erste Schätzung. Im Oktober lag die Teuerungsrate bei 2,5 Prozent, im September gab es mit 2,6 Prozent noch ein Drei-Jahres-Hoch. Preistreiber Nummer eins blieb Energie.

Die jährliche Teuerung wurde erneut vor allem vom Preisauftrieb bei Sprit (plus 11,3 Prozent) und Heizöl (plus 28,5 Prozent) getrieben. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate nach den Angaben der Statistiker im November bei 1,4 Prozent gelegen.

Außer bei Energieprodukten mussten die Verbraucher auf Jahressicht auch bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken kräftige Preisanstiege verkraften: Fleisch kostete 4,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Kaffee fast ein Fünftel (19 Prozent) und Margarine beinahe ein Viertel (23,6 Prozent). Auch für Wein (plus 3,6 Prozent) und Tabakwaren (plus 3,2 Prozent) mussten die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Gemüse war hingegen deutlich (7,7 Prozent) günstiger zu haben als im November 2010.

Seit Jahresanfang liegt die Inflationsrate über der Marke von 2 Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht. Die Zentralbank hatte erst am Donnerstag den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,00 Prozent. Fachleute gehen aber davon aus, dass sie wegen der bevorstehenden Konjunkturflaute wieder unter diese Marke fällt.

Commerzbank-Analystin Ulrike Rondorf prognostizierte: "Die Inflationsrisiken auf Sicht von ein bis eineinhalb Jahre sind derzeit gering. Denn die schlechten Konjunkturaussichten dämpfen den Preisauftrieb." Im Frühjahr dürfe die Inflation die kritische Marke von 2 Prozent unterschreiten. Die fünf Wirtschaftsweisen rechnen für 2012 mit einer Teuerungsrate von 1,9 Prozent nach 2,3 Prozent in diesem Jahr.

rei/dpa/reuters
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.