Drittes Quartal Deutschland trotzt der Schuldenkrise

Es ist ein überraschendes Aufflackern: Inmitten der Schuldenkrise wächst Deutschlands Wirtschaft im dritten Quartal stärker als in dem Vierteljahr zuvor - und das ist vor allem dem Inland geschuldet: Der Binnenkonsum stieg ebenso, wie Unternehmen kräftig in Maschinen und Fahrzeuge investierten.  
Deutschland: Shoppen gegen die Krise

Deutschland: Shoppen gegen die Krise

Foto: DPA

Wiesbaden - Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal dieses Jahres um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit und bestätigte damit seine ersten Angaben aus der vergangenen Woche. Gleichzeitig wurde das Ergebnis für das zweite Vierteljahr auf plus 0,3 Prozent nach oben korrigiert, nachdem es zunächst mit 0,1 Prozent beziffert worden war. Vor allem konsumfreudige Verbraucher und rege Investitionen von Unternehmen haben das deutsche Wirtschaftswachstum im dritten Quartal angeschoben.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bestätigte damit am Donnerstag seine vorläufigen Berechnungen, wonach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) saison-, preis- und kalenderbereinigt stärker als im zweiten Quartal zulegte. Im Jahresvergleich ergab sich ein Wachstum von 2,5 Prozent - nach 3,0 Prozent im Vorquartal.

Positive Impulse kamen nach Angaben der Statistiker vor allem aus dem Inland: Sowohl die privaten Haushalte als auch der Staat gaben im Zeitraum Juli bis Ende September deutlich mehr für ihren Konsum aus als im zweiten Vierteljahr 2011.

Die deutschen Arbeitnehmer haben im dritten Quartal dieses Jahres besser verdient, mehr Geld ausgegeben und damit das Wirtschaftswachstum beflügelt. Unter dem Strich stieg das Einkommen der Arbeitnehmer um 1,9 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2010, wie die Bundesstatistiker mitteilten. Da wieder mehr Menschen überhaupt arbeiteten, stieg das verfügbare Einkommen je Haushalt demnach sogar um 3,2 Prozent. Zugleich gaben die Deutschen von Juli bis September mehr Geld aus und legten weniger auf die hohe Kante: Die Sparquote sank von 9,6 Prozent ein Jahr zuvor auf nun 9,4 Prozent.

Die privaten Konsumausgaben steigen damit nun bereits das fünfte Quartal in Folge, wie das Statistische Bundesamt bei der ausführlicheren Berechnung des Wirtschaftswachstums für das dritte Quartal 2011 errechnete. Sie legten von Juli bis September demnach um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zu.

Der Staat steigerte seine Ausgaben in derselben Zeit um 1,4 Prozent, die Unternehmen gaben für neue Maschinen, Geräte und Fahrzeuge sogar 7,9 Prozent mehr aus. Lediglich die Bauinvestitionen, die zu Jahresbeginn stark zugelegt hatten, gingen dritten Quartal zurück (minus 0,7 Prozent).

In der Summe stiegen im Vergleich zum zweiten Quartal die Ausgaben der privaten Haushalte um 0,8 Prozent, die des Staats um 0,6 Prozent und die der Unternehmen um 2,9 Prozent.

Der Außenhandel, eine der Stützen der deutschen Wirtschaft, zeigte sich auch im dritten Quartal im Aufwärtstrend. Da Exporte und Importe in etwa gleich zulegten, hatte der Außenbeitrag - die Differenz aus Exporten und Importen - allerdings nur geringe Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum (0,1 Prozentpunkte).

got/afp/dpa

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.