Konjunkturabkühlung Arbeitslosenzahl saisonbereinigt gestiegen

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober weiter gesunken. Allerdings macht sich auch hier die Abkühlung der Konjunktur bemerkbar: Der Rückgang fiel nicht so hoch wie üblich aus, unter Herausrechnung jahreszeitlicher Schwankungen stieg die Arbeitslosenzahl sogar.
Bundesagentur für Arbeit: Die Arbeitslosenquote ist auf 6,5 Prozent gesunken

Bundesagentur für Arbeit: Die Arbeitslosenquote ist auf 6,5 Prozent gesunken

Foto: ddp

Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober leicht zurückgegangen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, waren 2,737 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das waren 59.000 weniger als im September und 204.000 weniger als vor einem Jahr. Noch niedriger war die Arbeitslosigkeit in einem Oktober zuletzt 1991.

Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent. Üblich war in den vergangenen Jahren im Oktober jedoch ein stärkerer Rückgang. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen verzeichnete die BA sogar erstmals seit über anderthalb Jahren saisonbereinigt wieder einen Anstieg der Erwerbslosigkeit.

Ein Großteil der Herbstbelebung dürfte sich auf den September konzentriert haben, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise in Nürnberg. "Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat sich aber alles in allem fortgesetzt." Die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wachse weiter. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei hoch. Weise warnte zwar vor den Risiken durch die EU-Schuldenkrise und die Sorgen um die Weltwirtschaft, er erklärte aber auch: "Eine Trendwende sehen wir im Moment noch nicht."

Zugleich konnte er erfreuliche Zahlen für sein Haus verkünden. Der starke Rückgang der Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten habe das Defizit bei der Bundesagentur weiter sinken lassen. Weise rechnet für dieses Jahr nur noch mit einer Finanzlücke von rund 500 Millionen Euro. Noch am Jahresanfang war die BA von einem Defizit von 5,4 Milliarden Euro ausgegangen. Später korrigierte sie dies aber auf 1,9 Milliarden. Nach dem starken dritten Quartal werde auch diese Defizithöhe unterschritten, sagte Weise.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften lag auch im Oktober auf hohem Niveau. 500.000 Stellen waren offen gemeldet - und damit 99.000 mehr als im Vorjahresmonat.

mg/dapd/rtr
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