Einzelhandel Inflation frisst Umsatzwachstum

Der Außenhandel schwächt sich angesichts der abkühlenden Weltwirtschaft immer weiter ab, daher setzen Ökonomen auf den Binnenmarkt als Stütze der deutschen Konjunktur. Im September hat die hohe Inflation das Wachstum im Einzelhandel allerdings nahezu aufgezehrt.
Einkaufszentrum in Dresden: Volle Läden, dennoch nur ein preisbereinigtes Wachstum im Einzelhandel in Höhe von 0,3 Prozent

Einkaufszentrum in Dresden: Volle Läden, dennoch nur ein preisbereinigtes Wachstum im Einzelhandel in Höhe von 0,3 Prozent

Foto: dapd

Wiesbaden - Der Umsatz im Einzelhandel ist im September im Vergleich zum Vorjahresmonat nominal um 2,2 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Wegen der hohen Inflation ergab sich preisbereinigt allerdings nur ein Zuwachs in Höhe von 0,3 Prozent.

Der September 2011 hatte wie der Vorjahresmonat 26 Verkaufstage. Volkswirte hatten mit einem deutlich stärkeren Umsatzplus von 1,6 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum August 2011 stiegen die Umsätze real den Angaben zufolge um 0,4 Prozent und nominal um 1,0 Prozent.

Besonders gut liefen die Geschäfte im Internet- und Versandhandel. Hier gab es ein Umsatzplus von 6,7 Prozent. Auch der Lebensmittelhandel schaffte ein überdurchschnittliches Wachstum von 4,2 Prozent. Dagegen brach der Umsatz im Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren um 6,2 Prozent ein.

Von Januar bis September nahm der Einzelhandel 2,7 Prozent mehr ein als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Branchenverband HDE rechnet für das Gesamtjahr mit einem Plus von 1,5 Prozent. Das GfK-Konsumklimabarometer legte zuletzt zu. Steigende Löhne, eine sinkende Arbeitslosigkeit und eine nachlassende Inflation sollen den Konsum im kommenden Jahr stützen.

Nach Einschätzung der Commerzbank bleibt der private Konsum weiterhin eine Stütze der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. "Auch dank guter Umsätze im Großhandel trägt der Handel insgesamt merklich zum Wachstum der deutschen Wirtschaft im dritten Vierteljahr bei", hieß es in einer am Montag veröffentlichten Analyse. Allerdings dürften die Umsatzzuwächse im Handel in den kommenden Quartalen deutlich geringer ausfallen.

mg/dpa-afx/rtr
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