Inflation Oktober Leichte Entspannung bei Verbraucherpreisen

Die Inflationsrate ist im Oktober leicht gesunken. Doch auf einen kräftigen Rückgang der Teuerungsrate können Verbraucher erst im kommenden Jahr hoffen. Noch sind die Energiepreise zu hoch.
Teure Heizkosten: Vor allem für Heizöl und Gas mussten die Verbraucher im Oktober tiefer in die Tasche greifen, Benzin wurde dagegen billiger

Teure Heizkosten: Vor allem für Heizöl und Gas mussten die Verbraucher im Oktober tiefer in die Tasche greifen, Benzin wurde dagegen billiger

Foto: dapd

Wiesbaden - Der Preisdruck in Deutschland bleibt hoch. Zwar sank die jährliche Teuerungsrate im Oktober leicht von 2,6 Prozent im Vormonat auf 2,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Jedoch verharrt die Inflationsrate vor allem wegen hoher Gas- und Heizölkosten weiterhin über der Zwei-Prozent-Marke. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht bei Teuerungsraten bis knapp unter 2 Prozent die Preisstabilität gewahrt.

Mehr zahlen mussten die Verbraucher im Oktober vor allem für Heizöl und Gas. Für Autofahrer gab es dagegen einen kleinen Hoffnungsschimmer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sanken die Spritpreise in den meisten Bundesländern leicht gegenüber September. Im Jahresvergleich gab es aber immer noch zweistellige Zuwächse. Insgesamt bleiben die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat unverändert.

Im kommenden Jahr können die Verbraucher Beobachtern zufolge auf sinkende Preise hoffen. Nach Einschätzung der Commerzbank dämpfen die eingetrübten Konjunkturaussichten die Inflationsrisiken. Im Frühjahr 2012 dürfte die Teuerungsrate unter die kritische Marke von 2 Prozent fallen, sagten die Ökonomen voraus.

Im Kampf gegen die Inflation hatte die EZB in diesem Jahr zweimal die Zinsen angehoben. Düstere Konjunkturaussichten zwangen die Währungshüter dann zu einer Pause. Höhere Zinsen können Gift sein für die Konjunktur - insbesondere in den Euro-Krisenländern. Eine Zinssenkung zur Ankurbelung der Wirtschaft gilt angesichts der hohen Inflation vorerst ebenfalls als unwahrscheinlich.

Im Euro-Raum war die Inflation im September auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren geklettert. Die jährliche Teuerungsrate war unerwartet stark auf 3 Prozent gestiegen.

mg/dpa
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