Schlechte Stimmung Ifo-Index erneut gesunken

Die Stimmung unter Deutschlands Managern bleibt angesichts der Euro-Schuldenkrise und der abkühlenden Weltkonjunktur getrübt: Zum vierten Mal in Folge ist der Ifo-Geschäftsklimaindex gesunken - wenn auch nicht so stark wie befürchtet.
Ifo-Umfrage: Sowohl die Aussichten als auch die aktuelle Lage wurden von den befragten Managern pessimistischer eingeschätzt

Ifo-Umfrage: Sowohl die Aussichten als auch die aktuelle Lage wurden von den befragten Managern pessimistischer eingeschätzt

Foto: Oliver Berg/ picture-alliance/ dpa

München/Berlin - Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Oktober von 107,4 Punkten im Vormonat auf 106,4, teilte das Münchener Ifo-Institut mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 106,3 Zähler gerechnet . "Angesichts der internationalen Turbulenzen schlägt sich die deutsche Wirtschaft damit vergleichsweise gut", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die 7000 befragten Manager schätzten sowohl die Aussichten für die kommenden sechs Monate als auch die aktuelle Lage schlechter ein. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen fiel wie erwartet von 97,9 auf 97,0 Punkte. Der Lage-Index sank auf 116,7 von 117,9 Zählern, während Analysten 116,8 Punkte vorausgesagt hatten. Bis auf den Dienstleistungssektor trübte sich das Geschäftsklima in allen Bereichen ein.

Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, das die Entwicklung der kommenden Monate zuverlässig vorhersagt. Die Bundesregierung geht davon aus, dass Wirtschaftsleistung am Jahresende stagniert. Eine Rezession befürchtet sie aber nicht. Für 2012 sagt sie ein Wachstum von 1 Prozent voraus, für das zu Ende gehende Jahr werden 2,9 Prozent prognostiziert.

Finanzmärkte reagieren negativ

An den Finanzmärkten war die erste Reaktion negativ. Sowohl der Euro als auch der Dax  reagierten mit Abschlägen. "Die Richtung ist klar", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. "Wir sehen eine merkliche Abschwächung der Konjunktur." Nach Ansicht des Analysten kommt es aber nicht zu einer Rezession.

Jörg Zeuner von der VP Bank meint: "Aktuell präsentiert sich die Lage in Deutschland noch positiv, doch allmählich wird es angesichts der globalen Wachstumsverlangsamung auch für die Kernländer ungemütlich.

Ifo-Experte Klaus Abberger sieht die Unternehmen bereits auf einem geordneten Rückzug. "Die Firmen stellen sich auf eine Schwächephase ein und senken beispielsweise die Auslastung, um einen Puffer zu haben. Sie erwarten aber keinen Absturz."

mg/rtr
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