Euro-Land Hohe Inflation dämpft Hoffnung auf Zinssenkung

In den 17 Euro-Ländern liegt die Inflation mit derzeit 3 Prozent so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank halten Experten daher für ausgeschlossen.
Euro-Münze: Zinssenkungen gelten bei 3 Prozent Inflation als ausgeschlossen

Euro-Münze: Zinssenkungen gelten bei 3 Prozent Inflation als ausgeschlossen

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture-alliance/ dpa/dpaweb

Frankfurt - Jüngste Inflationsdaten aus dem Euroraum haben Marktspekulationen über eine bevorstehende Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) einen starken Dämpfer versetzt. "Eine Zinssenkung der EZB in der nächsten Woche halten wir vor diesem Hintergrund für ausgeschlossen", heißt es bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Nach einem kräftigen Inflationssprung im September geht die Helaba nun von konstanten Leitzinsen bis zum Jahresende aus.

Nach vorläufigen Zahlen des europäischen Statistikamts vom Freitag hat die Inflation im Währungsraum einen überraschenden und starken Sprung nach oben hingelegt. Die jährliche Inflationsrate stieg im September von 2,5 Prozent im Vormonat auf 3,0 Prozent. Damit liegt die Jahresinflation nun rund einen Prozentpunkt über der Zielmarke der EZB von knapp zwei Prozent. Der Inflationssprung kam überraschend: Volkswirte hatten mit einem konstanten Preisauftrieb von 2,5 Prozent gerechnet.

An den Finanzmärkten wurde bis zuletzt vermutet, die EZB könnte auf die Schuldenkrise und bestehende Rezessionsängste mit einer Zinssenkung reagieren. Mitunter wurde sogar ein außergewöhnlich starker Zinsschritt von einem halben Prozentpunkt nach unten genannt. Damit würde die EZB ihre bisherigen Zinserhöhungen im laufenden Jahr rückgängig machen. Auch ranghohe EZB-Vertreter wie Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny hatten eine Zinssenkung zuletzt nicht ausgeschlossen.

Deutschland liegt im Europatrend

Bereits am Mittwoch hatte das Statistische Bundesamt auch für Deutschland eine Inflation auf Drei-Jahres-Hoch verkündet. Teure Energie und Kleidung haben die Preissteigerungsrate in Deutschland auf den höchsten Stand seit drei Jahren getrieben. Waren und Dienstleistungen kosteten im September durchschnittlich 2,6 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in einer ersten Schätzung mit.

Eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt im September 2008 mit 2,9 Prozent. Im Juli und August lag sie noch bei 2,4 Prozent.

krk/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.