Deutsche Exporte Auf Höhenflug trotz Euro-Krise

Starke Ausfuhrleistung im ersten Halbjahr: Deutschlands Unternehmen haben in der ersten Jahreshälfte 14,7 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen an ausländische Kunden verkauft als im Vorjahr. Unternehmen aus den Wachstumsregionen in Asien und Lateinamerika orderten besonders stark.
Deutscher Maschinenbau: In der ersten Jahreshälfte hohe Exporttätigkeit

Deutscher Maschinenbau: In der ersten Jahreshälfte hohe Exporttätigkeit

Foto: Getty Images

Wiesbaden - Die deutsche Exportwirtschaft ist im ersten Halbjahr trotz Schuldenkrise auf Hochtouren gelaufen. In den sechs Monaten bis Juni seien die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um insgesamt 14,7 Prozent auf 525,6 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Preisbereinigt bezifferte das Bundesamt den Zuwachs bei den deutschen Exporten auf 10,1 Prozent.

Zuletzt hatten bereits die deutschen Exporteure selbst berichtet, in diesem Jahr auf einen Exportrekord hinzusteuern.

Die Exporte in die Länder der Europäischen Union (EU) seien aber nicht so stark gestiegen wie die Ausfuhren in die Staaten außerhalb der EU. Nominal habe es im Handel mit den EU-Mitgliedsländern einen Anstieg der Exporte um 13,4 Prozent gegeben, hieß es weiter. Bei den Ausfuhren außerhalb der EU-Grenzen lag der Zuwachs den Angaben zufolge bei 16,7 Prozent. Die Bundesrepublik profitiert insbesondere an den steigenden Orders aus den dynamischen Wirtschaftsregionen in Asien und Lateinamerika, we beispielsweise aus China und Brasilien.

Nach Auffassung der EU-Kommission bleibt Deutschland zumindest in diesem Jahr die Konjunkturlokomotive in der Europäischen Union: Für die größte Volkswirtschaft Europas hob die EU-Kommission ihre Prognose gegenüber dem Frühjahr von 2,6 auf 2,9 Prozent an.

Die Anzeichen für eine merkliche Konjunkturabkühlung hatten sich dennoch gerade in den vergangenen Monaten gemehrt und die teils glänzenden Daten aus den ersten Monaten dieses Jahres bereits weniger stark glänzen lassen. Die deutschen Exporte beispielsweise fielen im Juli bereits den zweiten Monat in Folge. Auf weitere Rückschläge deutet die Auftragsentwicklung in der exportabhängigen Industrie hin: Die Bestellungen aus dem Ausland gingen zuletzt so stark zurück wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr.

kst/rtr/dpa-afx
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