Auftragseingang Schwacher Export bremst deutsche Industrie

Die weltweite Abkühlung der Konjunktur macht sich zunehmend in Deutschland bemerkbar. Nachdem die Industrie im Vormonat bei den Aufträgen noch ein Plus verzeichnen konnte, verbuchten die Unternehmen im Juli wegen der schwachen Auslandsnachfrage einen deutlichen Rückgang.
Industriearbeiter: Die Unternehmen verzeichneten einen Rückgang um 2,8 Prozent

Industriearbeiter: Die Unternehmen verzeichneten einen Rückgang um 2,8 Prozent

Foto: Jens Büttner/ picture alliance / dpa

Berlin - Im Monatsvergleich seien die Neuaufträge in der Industrie bereinigt um 2,8 Prozent abgerutscht, teilte das Bundeswirtschaftsministerium nach vorläufigen Daten mit. Experten hatten nur mit einem Rückgang um 1,5 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren die Aufträge um 1,8 Prozent zum Vormonat gestiegen.

Im Jahresvergleich sei das Auftragsvolumen im Juli arbeitstäglich bereinigt um 8,7 Prozent gestiegen, hieß es weiter. Im Vormonat habe es im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von revidiert 9,4 (zunächst 9,5) Prozent gegeben.

Anders als in den Vormonaten sei der Anteil an Großaufträgen am Ordervolumen im Juli nur durchschnittlich gewesen, teilte das Ministerium weiter mit. Der Rückgang sei "allein auf die schwache Auslandsnachfrage zurückzuführen", die das Ministerium auf minus 7,4 Prozent bezifferte. Zuvor habe der Auftragseingang aus dem Ausland allerdings auch extrem stark zugenommen. Die Inlandsnachfrage nahm den Angaben zufolge im Juli um 3,6 Prozent im Monatsvergleich zu.

Hersteller von Investitionsgütern leiden besonders

Der aktuelle Nachfragerückgang in der Industrie konzentrierte sich den Angaben zufolge vor allem auf die Hersteller von Investitionsgütern (minus 7,0 Prozent). Bei den Firmen, die Vorleistungs- und Konsumgütern herstellen, seien die Bestellungen hingegen im Monatsvergleich um 2,9 Prozent, beziehungsweise 4,5 Prozent gestiegen.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich (Juni/Juli gegenüber April/Mai) stiegen die Auftragseingänge saisonbereinigt laut Ministerium weiter um 1,1 Prozent. Die Inlandsbestellungen seien im Zweimonatsvergleich wegen zahlreicher Großaufträge im Vorzeitraum um 3,9 Prozent gesunken. Die Auslandsbestellungen hätten sich - gestützt durch umfangreiche Großaufträge im Juni - demgegenüber um 5,5 Prozent erhöht.

Analysten bewerteten die Daten negativ. ""Das düstere weltwirtschaftliche Klima macht sich bemerkbar", sagte Stefan Schilbe von HSBC Trinkhaus. Gerd Hassel von der BHF Bank rechnet nun für das dritte Quartal lediglich mit einem Wachstum von 0,25 Prozent.

mg/dpa-afx