Weltbank-Chef warnt Weltwirtschaft rutscht in "neue Gefahrenzone"

Weltbank-Chef Robert Zoellick sieht eine schwierige Zeit in der Finanz- und Wirtschaftspolitik voraus. Für die globale Wirtschaft bestehe das Risiko, "in diesem Herbst in eine neue Gefahrenzone" zu rutschen.
Weltbankpräsident Robert Zoellick: "Krise der nationalstaatlichen Schulden"

Weltbankpräsident Robert Zoellick: "Krise der nationalstaatlichen Schulden"

Foto: A3399 Arne Dedert/ dpa

Peking - Es werde "diesen Herbst eine neue gefährliche Phase" geben, sagte Zoellick am Samstag in Peking zur Eröffnung einer Konferenz zur Zukunft Chinas. Die Finanzkrise in Europa sei "eine Krise der nationalstaatlichen Schulden geworden, mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Währungsunion, die Banken und die Wettbewerbsfähigkeit bestimmter Länder".

Für die globale Wirtschaft bestehe das Risiko, "in diesem Herbst in eine neue Gefahrenzone" zu rutschen. Zoellick warnte zudem, dass hohe Nahrungsmittelpreise und die Unbeständigkeit auf den Rohstoffmärkten die Ärmsten der Welt bedrohen.

Die USA wiederum seien "konfrontiert mit der Schuldenfrage, Ausgaben, der Steuerreform, um das Wachstum der Privatwirtschaft zu unterstützen", analysierte der Weltbank-Chef. All diese Probleme seien in einem "internationalen Kontext eines verlangsamten Wachstums und eines geschwächten Vertrauens" zu bewältigen.

Dringender Aufruf an China

China rief Zoellick auf, bei seinem Wirtschaftswachstum weniger auf Investitionen aus dem Ausland und Exporte und mehr auf den Konsum der eigenen Bevölkerung zu setzen. Die Weltbank habe China im Juli in die Gruppe der Volkswirtschaften mit überdurchschnittlichem Einkommen eingestuft. In den kommenden 15 bis 20 Jahren könne das Land in die Kategorie der Länder mit hohen Einkommen aufsteigen. Dazu sei aber ein Strategiewechsel nötig.

"Die Länder mit mittlerem Einkommen können nicht mehr von Wachstumsmodellen abhängen, die funktioniert haben, als sie arm waren", warnte Zoellick. Ohne eine veränderte Herangehensweise riskierten sie, "im Wettbewerb mit den Niedriglohnländern ebenso zu verlieren wie gegen die Länder mit hohen Einkommen in Bezug auf Innovation und technologischem Wandel".

Die Verantwortlichen in China wüssten, was zu tun sei, sie müssten nur "ihre Vorhaben in Taten umsetzen".

la/afp