Schwache Nachfrage Dämpfer für die deutschen Exporteure

Wegen der schwachen Nachfrage aus den USA und Europa sind die Ausfuhren im Juni im Vergleich zum Vormonat gesunken. Die Binnennachfrage wird dagegen für den deutschen Aufschwung immer wichtiger, die Importe stiegen überraschend.
Container im Hamburger Hafen: Im Vergleich zum Vormonat sanken die Exporte im Juni um mehr als 1 Prozent

Container im Hamburger Hafen: Im Vergleich zum Vormonat sanken die Exporte im Juni um mehr als 1 Prozent

Foto: Marcus Brandt/ dpa

Wiesbaden - Die Ausfuhren seien im Juni im Vergleich zum Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 1,2 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt mit. Insgesamt wurden Waren im Wert von 88,3 Milliarden Euro ins Ausland verkauft. Das ist ein Plus von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und zugleich der geringste Anstieg seit Januar 2010.

Die Importe stiegen dagegen im Juni überraschend um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt wurden Waren im Wert von 75,6 Milliarden Euro nach Deutschland eingeführt - 6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Handelsbilanz wies im Juni einen Überschuss von 12,7 Milliarden Euro aus. Vor einem Jahr hatte der Überschuss 14,3 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Saldo der Handelsbilanz im Juni bei 11,5 Milliarden Euro. Der Leistungsbilanzsaldo betrug im Juni 11,9 Milliarden Euro nach 13,4 Milliarden Euro im Vorjahr.

"Wir machen eine Verschnaufpause"

Der Rückgang der Exporte wurde von Experten aufgrund der guten Vormonate und statistischen Verzerrungen erwartet. "Wir sind mit einer riesigen Geschwindigkeit aus der Rezession geschossen und machen jetzt so etwas wie eine Verschnaufpause", erklärte Andreas Scheuerle von der Dekabank. Das sei aber noch nicht das Ende des Aufschwungs.

Dass die Importe stärker steigen als die Exporte, ist für Christian Schulz von der Berenberg Bank ein Zeichen dafür, dass Deutschland derzeit mehr von der Binnennachfrage abhängt als vom Ausland. "Tendenziell wird es so weiter gehen, dass die Importe stärker wachsen als die Exporte", so der Experte.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält dennoch an seiner Prognose fest, dass die Außenhändler ihren Umsatz 2011 um rund 11 Prozent steigern. "Damit knacken wir die Billionen-Marke", sagte DIHK-Außenhandelsexperte Ilja Nothnagel.

mg/dpa-afx/rtr

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