Maschinenbau Boom in deutscher Industrie kühlt ab

Die deutschen Maschinenbauer müssen sich auf ein Ende des monatelangen Nachfragebooms einstellen. Nur die kräftige Nachfrage aus dem Ausland sorgte im Juni noch für ein kleines Wachstum bei den Auftragseingängen - doch die besten Zeiten scheinen vorbei zu sein.
Deutsche Schlüsselindustrie: "Anzeichen, dass die Konjunktur weniger schwungvoll verläuft"

Deutsche Schlüsselindustrie: "Anzeichen, dass die Konjunktur weniger schwungvoll verläuft"

Foto: Jens Büttner/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Es gebe Anzeichen dafür, dass die Investitionsgüterkonjunktur in Deutschland wie auch in den Euro-Partnerländern weniger schwungvoll verläuft, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Montag mit.

So sanken im Juni erstmals seit Anfang 2010 die Bestellungen auf dem Heimatmarkt. Das insgesamt erreichte Orderplus von gerade einmal einem Prozent war dem Verband zufolge allein den Aufträgen aus dem Ausland geschuldet.

VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann begründete den Rückgang der Inlandsbestellungen zwar mit dem außergewöhnlich hohen Plus von 62 Prozent im Juni 2010. Aber die Zeiten zweistelliger Zuwachsraten wie in den vergangenen Monaten ist wohl vorbei. Zwar bleibe die Nachfrage auf Wachstumskurs, die Schuldenkrise in den Euro-Ländern drücke den Investoren aber zunehmend aufs Gemüt.

"Das Schuldenthema macht uns zu schaffen"

"Das Schuldenthema macht uns zu schaffen, mehr als der starke Euro", sagte Wortmann. Der deutschen Industrie insgesamt geht im Aufschwung zunehmend die Puste aus. Wie aus einer Umfrage unter rund 500 Unternehmen hervorging, verbuchte sie erstmals seit rund zwei Jahren im Juli einen Auftragsrückgang.

Der Markit/BME Einkaufsmanager-Index fiel um 2,6 auf 52 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2009.

Der Auftragseingang der deutschen Maschinenbauer lag im Juni real ein Prozent im Plus. Das Geschäft auf dem Heimatmarkt sank um 14 Prozent, im Ausland stieg es um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr verbuchte die Branche insgesamt aber ein stattliches Auftragswachstum von 23 Prozent, 19 Prozent in Deutschland und 25 Prozent im Ausland.

Der Auftragsbestand der Branche, zu der neben zahlreichen Mittelständlern auch börsennotierte Firmen wie ThyssenKrupp  , Siemens  , GEA und Gildemeister  r gehören, habe eine Reichweite von inzwischen 5,8 Monaten, betonte Wortmann. Im Vorjahr waren es 5,2 Monate.

mg/dpa-afx/rtr
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