Einzelhandel im Juni Kunden im Kaufrausch

Die deutschen Einzelhändler haben im Juni das stärkste Umsatzplus seit 1994 im Vergleich zum Vormonat verbucht. Auf Jahressicht gingen die Erlöse allerdings zurück. Experten zeigen sich dennoch erfreut.
Shoppen für den Sommerurlaub: Im Juni gaben die Bundesbürger wieder deutlich mehr Geld in den Einzelhandelsgeschäften aus

Shoppen für den Sommerurlaub: Im Juni gaben die Bundesbürger wieder deutlich mehr Geld in den Einzelhandelsgeschäften aus

Foto: DPA

Berlin/Frankfurt am Main - Bereinigt um saisonale Schwankungen hatten die deutschen Einzelhändler im Juni 6,1 Prozent mehr in der Kasse als im Mai, teilte das Statistische Bundesamt mit. Inflationsbereinigt (real) lag das Plus bei 6,3 Prozent.

Die Daten könnten allerdings statistisch verzerrt sein, hieß es in der Behörde. Denn der Mai hatte 2011 drei Verkaufstage mehr als 2010, der Juni hingegen zwei Tage weniger. "Diese Konstellation hat es noch nie gegeben", sagte ein Statistiker. Das sogenannte Saisonbereinigungsverfahren, das jahreszeitliche Schwankungen ausgleichen soll, habe dies möglicherweise nicht völlig widerspiegeln können.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat setzten die Händler nominal 0,5 Prozent mehr und real sogar 1,0 Prozent weniger um. Allerdings könnten auch hier die Daten verzerrt sein: 2011 hatte der Juni 24 Verkaufstage und damit zwei weniger als vor einem Jahr. Denn Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag fielen in diesem Jahr in den Juni.

Im gesamten ersten Halbjahr setzten die Händler 2,9 (real: 1,3) Prozent mehr um als vor Jahresfrist. Der Branchenverband HDE peilt für das Gesamtjahr 2011 ein nominales Umsatzplus von 1,5 Prozent an.

Nach Einschätzung der Commerzbank hat sich der Einzelhandel überraschend positiv entwickelt. "Endlich eine gute Zahl vom deutschen Einzelhandel", hieß es. Die aktuellen Zahlen machen Hoffnung, "dass der Handel im dritten Quartal wieder zum Wachstum der deutschen Wirtschaft beitragen wird". Allerdings seien die Daten vom Einzelhandel erfahrungsgemäß "mit Vorsicht zu genießen", schränkten die Experten der Commerzbank ein.

mg/rtr/dpa-afx

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