Dank Schwellenländern Exporteure zurück auf der Erfolgsspur

Nachdem die Ausfuhren im April deutlich eingebrochen waren, konnten die deutschen Exporteure im Mai wieder deutlich mehr Waren im Ausland verkaufen. Vor allem in den Schwellenländern waren deutsche Produkte gefragt. Das Ende des starken Wachstums ist allerdings in Sicht.
Container im Hamburger Hafen: Der Export zog im Mai gegenüber dem Vormonat um 4,3 Prozent an

Container im Hamburger Hafen: Der Export zog im Mai gegenüber dem Vormonat um 4,3 Prozent an

Foto: ? Christian Charisius / Reuters/ REUTERS

Wiesbaden - Die deutschen Exporteure setzten im Mai 4,3 Prozent mehr Waren im Ausland um als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit wurde ein Großteil des Einbruchs vom April wettgemacht, als es mit 5,6 Prozent den stärksten Einbruch seit mehr als zwei Jahren gegeben hatte. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Plus von 1,2 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich stiegen die Exporte im Mai um 19,9 Prozent auf 92,1 Milliarden Euro.

Allerdings mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Ausfuhren in den kommenden Monaten deutlich schwächer zulegen werden als zu Jahresbeginn: Die exportabhängige Industrie erhielt im Mai 5,8 Prozent weniger Aufträge aus dem Ausland.

Die Ausfuhren außerhalb der Europäischen Union legten mit 23,8 Prozent besonders kräftig zu. Dazu gehören die schnell wachsenden Schwellenländer wie Brasilien, Russland, Indien und China. Die Exporte in die Euro-Länder kletterten dagegen nur um 16,1 Prozent.

Die Importe zogen im Mai um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat an und damit gut dreimal so stark wie erwartet. Insgesamt wurden Waren im Wert von 77,3 Milliarden Euro nach Deutschland eingeführt - 15,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

WestLB-Analyst: "Die Dynamik wird im zweiten Halbjahr nachlassen"

Die Außenhandelsbilanz - die Differenz zwischen Exporten und Importen - wies einen um Saison- und Kalendereinflüsse bereinigten Überschuss von 12,8 Milliarden Euro aus. Vor einem Jahr hatte der Überschuss 9,9 Milliarden Euro betragen. Der Leistungsbilanzsaldo lag im Mai bei 6,9 Milliarden Euro nach 3,1 Milliarden Euro im Vorjahr.

Analysten reagieren positiv auf die Daten, befürchten mittelfristig aber eine Abschwächung im Außenhandel. "Trotz der Abschwächung in China und der wackeligen US-Konjunktur läuft der Außenhandel ganz gut", sagt Jörg Lüschow von der WestLB. Die Dynamik werde aber im zweiten Halbjahr nachlassen.

"Entgegen aller Befürchtungen dürften die Exporte auch im Frühjahrquartal zum Wirtschaftswachstum beigetragen haben", so Ulrike Rondorf von der Commerzbank . In der zweiten Jahreshälfte drohe aber eine nachlassende Dynamik. "Ein Grund dafür ist, dass der Aufholprozess der Weltwirtschaft nach der Finanzkrise weitgehend abgeschlossen ist", so die Analystin.

mg/rtr
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