Deutschland Forscher sagen 4 Prozent Wachstum voraus

Von chinesischen Verhältnissen ist Deutschland noch weit entfernt. Aber erstmals traut ein Forschungsinstitut der Wirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 4 Prozent zu. Deutschland ernte jetzt die Früchte seiner Politik in der Finanz- und Wirtschaftskrise.
Volle Körbe: Der private Konsum in Deutschland spielt beim Wirtschaftswachstum zusehends eine größere Rolle

Volle Körbe: Der private Konsum in Deutschland spielt beim Wirtschaftswachstum zusehends eine größere Rolle

Foto: AP

Berlin - Erstmals hat ein Forschungsinstitut für dieses Jahr 4,0 Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland prognostiziert. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) setzte damit am Montag seine Prognose vom April um 1,3 Prozentpunkte herauf.

Maßgeblich dafür sei vor allem das kräftige Wachstum im ersten Quartal. 2012 erwartet das IMK eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 2,3 Prozent. Das IMK gehört zur Hans-Böckler-Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Zuletzt hatte das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) für 2011 ein Wachstum von 3,7 Prozent vorhergesagt. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hob seine Prognose auf 3,5 Prozent an, die Kollegen des Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwarten 3,6 Prozent.

"Deutschland profitiert von der kräftigen internationalen Nachfrage, insbesondere aus Asien", sagte IMK-Direktor Gustav Horn in Berlin. Es ernte die Früchte seiner erfolgreichen Stabilisierungspolitik in der Wirtschaftskrise. Die Wirtschaft wachse "auch etwas balancierter als im letzten Jahrzehnt. Wir hängen nicht mehr ganz so extrem am Export", stellte Horn fest. Auch der private Konsum gebe Impulse. Das IMK rechnet im Jahresdurchschnitt 2011 mit 2,95 Millionen Arbeitslosen, was einer Quote von 7,0 Prozent entspricht. 2012 dürfte es nur noch 2,74 Millionen sein (Quote: 6,5 Prozent).

Rei/dpa

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