Hohe Auslandsnachfrage Deutschland bleibt Profiteur der globalen Erholung

Es wird wohl das zweite Rekordjahr in Folge: Deutschland profitiert offenbar nach dem vergangenen auch im laufenden Jahr wie kein anderer Staat vom Aufschwung der Weltwirtschaft. Jetzt hat der Bundesverband der deutschen Industrie seine Exportprognose für 2011 deutlich nach oben geschraubt.
Hafen Shanghai: Hohe deutsche Exporte unter anderem nach China

Hafen Shanghai: Hohe deutsche Exporte unter anderem nach China

Foto: ALY SONG/ REUTERS

Hamburg - Dank vergleichsweise hoher Investitionen deutscher Unternehmen in ihre hiesigen Standorte und steigender Beschäftigtenzahlen erlebt die Bundesrepublik einen robusten Aufschwung. Immer mehr Experten rechnen im laufenden Jahr mit einem Wirtschaftsplus von etwa 3,6 Prozent in Deutschland.

Doch auch der Export, über Jahre die Stütze der hiesigen Wirtschaft überhaupt, entwickelt sich im Schatten der Binnennachfrage erstaunlich gut. Jetzt hat der Präsident des deutschen Industrieverbandes (BDI), Hans-Peter Keitel, die Exportprognose seines Verbandes für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2011 deutlich angehoben: "Die deutschen Exporte werden in diesem Jahr um rund 11 Prozent wachsen. Die Ausfuhren bleiben auf Rekordniveau", sagte er laut BDI-Mitteilung. Zuletzt hatte der BDI eine Zunahme des deutschen Exports um etwa 7,5 Prozent verglichen mit dem vergangenen Jahr erwartet.

Damit profitiert Deutschland im zweiten Jahr nach der tiefen Rezession überdurchschnittlich von der weltweiten Erholung der Wirtschaft - ungeachtet der Katastrophe in Japan, der Unruhen in der arabischen Welt und der anhaltenden Schuldenkrise im Euro-Land. "Der Weltmarktanteil der deutschen Industrie wächst auch in diesem Jahr", so Keitel. "Die deutschen Unternehmen sind die einzigen weltweit, die mit der Entwicklung des Welthandels über Jahrzehnte mithalten." Auch 2011 steigen die deutschen Exporte laut BDI stärker als der Welthandel, der dem Internationalen Währungsfonds zufolge in diesem Jahr um 7,4 Prozent zulegt.

Im März - neuere Zahlen liegen bislang nicht vor - hatte der deutsche Außenhandel den stärksten Monat seiner Geschichte hingelegt. Produkte "Made in Germany" sind gefragt wie nie zuvor, und auch bei den Einfuhren werden Rekordwerte erreicht. Der Boom setzt sich fort, trotz der vielen Krisen weltweit. Allein im Berichtsmonat wurden Waren im Rekordwert von 98,3 Milliarden Euro ausgeführt - so viele wie nie zuvor seit Beginn der Erhebung der Außenhandelsstatistik für die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1950.

Im ersten Quartal wurden dem BDI zufolge Waren und Dienstleistungen im Wert von 258 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert - mehr als je zuvor und 19,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zweistellige Wachstumsraten gab es im Maschinenbau (plus 21,8 Prozent), im Automobilbau ( plus 21,6 Prozent), in der Elektrotechnik (plus 14,0 Prozent) und in der Chemieindustrie (plus 12,9 Prozent). Für das Gesamtjahr wird damit gerechnet, dass erstmals die Marke von einer Billion Euro Ausfuhrwert geknackt wird.

kst/dpa-afx
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