Weniger Großaufträge Industrieaufträge überraschend gesunken

Die deutsche Industrie hat im März überraschend einen Auftragsrückgang erlitten. Vor allem bei den Herstellern von Investitionsgütern brachen die Order ein. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht dennoch kein Ende des Aufwärtstrends, sondern nur eine Normalisierung der Wachstumsraten.
Aufträge an die Deutsche Industrie: Die monatlichen Daten schwanken oft stark

Aufträge an die Deutsche Industrie: Die monatlichen Daten schwanken oft stark

Foto: dapd

Berlin - Die Unternehmen erhielten im März 4 Prozent weniger Bestellungen als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Experten hatten ein Plus von 0,1 Prozent erwartet. Darüber hinaus wurde der Anstieg im Februar auf 1,9 (vorher 2,4) Prozent nach unten revidiert.

Im gesamten ersten Quartal kletterte das Neugeschäft allerdings um 2,3 Prozent im Vergleich zu Ende 2010. Auch das Ministerium sieht die Industrie weiter auf Kurs: "Die Perspektiven für die Industrieproduktion bleiben insgesamt weiterhin günstig." Der Aufwärtstrend setze sich fort, die Wachstumsraten normalisierten sich allerdings.

Monatliche Daten schwanken oft stark. Für eine Verzerrung dürfte zudem gesorgt haben, dass es laut Ministerium im März deutlich weniger Großaufträge gab als sonst üblich. Im weniger volatilen Zweimonatsvergleich Februar/März legten die Aufträge zum Dezember/Januar saisonbereinigt um 1,4 Prozent zu.

Die Industrie verbuchte im März eine um 3,5 Prozent niedrigere Inlandsnachfrage. Die Auslandsaufträge sanken um 4,3 Prozent. Am heftigsten traf es die Hersteller von Maschinen, Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern. Deren Bestellungen gingen um insgesamt 7,2 Prozent zurück. Die Nachfrage nach Konsumgütern sank um 0,6 Prozent, während die Aufträge für Vorleistungsgüter wie Chemikalien um 0,3 Prozent stiegen. Das Ifo-Geschäftsklima trübte sich zuletzt zwar ein, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer bleibt aber auf einem hohen Niveau.

mg/rtr
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