Wirtschaftsforscher Vollbeschäftigung bis 2015 möglich

Die Wirtschaftsforscher vom HWWI halten Vollbeschäftigung in Deutschland bis 2015 für möglich. Dafür müsste die Politik für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen, die Einstellungschancen von Älteren verbessern und die Löhne gering Qualifizierter bezuschussen, so die Experten.
Viel zu tun: Laut HWWI kann die Arbeitslosigkeit in Deutschland noch weiter zurückgehen

Viel zu tun: Laut HWWI kann die Arbeitslosigkeit in Deutschland noch weiter zurückgehen

Foto: dapd

Hamburg - Werden die Bedingungen erfüllt, könnte die Arbeitslosenquote von derzeit 7,3 Prozent bis 2015 unter 5 Prozent sinken, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Gutachten des Hamburger HWWI-Instituts. Bei Quoten von 2 bis 5 Prozent sprechen Fachleute von Vollbeschäftigung.

Bis 2017 könnte die Zahl der Arbeitslosen laut HWWI von aktuell knapp 3,1 Millionen unter zwei Millionen sinken. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat die gute Lage am Arbeitsmarkt wiederholt als Jobwunder bezeichnet und sieht Deutschland ebenfalls auf dem Weg zur Vollbeschäftigung.

Dafür muss nach Ansicht des HWWI aber noch einiges geschehen. "Die Arbeitsmarktpolitik muss darauf fokussiert sein, Ältere so gut wie Jüngere, Frauen so gut wie Männer und Menschen mit Migrationshintergrund so gut wie Menschen ohne Migrationshintergrund in das Erwerbsleben zu integrieren", erklärte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar. "Gelingt das, dann gelingt auch Vollbeschäftigung."

Straubhaar plädierte für eine Fortsetzung der moderaten Lohnpolitik, die zu einer besseren Wettbewerbsposition der deutschen Firmen beigetragen habe. Das HWWI-Gutachten "Wege zur Vollbeschäftigung" ist ein Auftrag für die Lobbygruppe Initiative Soziale Marktwirtschaft (INSM), die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird. INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr bezeichnete die Chance auf Vollbeschäftigung "so gut wie seit 30 Jahren nicht mehr".

cr/rtr