GfK-Konsumklima Japan und Nordafrika belasten Verbraucher

Hohe Preise, die Atomkatastrophe in Japan und die sich ausweitenden Unruhen in Nordafrika und Nahost drücken auf die Stimmung der Verbraucher in Deutschland. Zum zweiten Mal in Folge ist der Konsumklimaindex der GfK gesunken. Die Lust am Shoppen bleibt aber nahezu unverändert.
Atomkraftwerk Fukushima I: Die japanische Regierung befürchtet, dass die Reaktoren erst in sechs bis acht Monaten stabilisiert sind

Atomkraftwerk Fukushima I: Die japanische Regierung befürchtet, dass die Reaktoren erst in sechs bis acht Monaten stabilisiert sind

Foto: DPA/ JGSDF

Nürnberg - Der Konsumklimaindex für Mai fiel erneut, diesmal von 5,9 auf 5,7 Punkte, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit. Damit zeichnet sich nun erstmals eine länger anhaltende Delle ab, nachdem der Wert seit Juni vergangenen Jahres stetig gestiegen war.

"Inwieweit sich dies zu einem Trend entwickeln kann, hängt in erster Linie vom weiteren Verlauf der geopolitischen Rahmenbedingungen ab", kommentierte die GfK. Die Inflation, die Sorge vor den Folgen des Atomunglücks in Japan sowie den Unruhen in Nordafrika und dem Nahen Osten lassen die Rahmenbedingungen für die Konsumenten im Augenblick nicht mehr ganz so rosig erscheinen, heißt es. Daher seien die Bundesbürger mit Blick auf ihre Konjunktur- und Einkommenserwartungen im April pessimistischer gewesen, während die Anschaffungsneigung nahezu unverändert blieb.

Am stärksten sank die Einkommenserwartung der Bürger. Daran sind vor allem die gestiegenen Preise schuld: " Rekordstände bei Benzin und Heizöl dämpfen die Kaufkraft der Konsumenten", erläuterten die Nürnberger Marktforscher. Die Teuerung zehre einen Teil der Einkommenszuwächse wieder auf, Rentner müssten Einbußen hinnehmen.

Auch die Konjunkturerwartung der rund 2000 Befragten ging auf hohem Niveau zurück. Gerade die Exportnation Deutschland sei auf ein ruhiges und sicheres weltwirtschaftliches Umfeld angewiesen, hieß es. Die Atomkatastrophe in Fukushima und die Unruhen in Libyen hätten die "überaus guten Rahmenbedingungen im Inland" überlagert.

Persönliche Konsequenzen ziehen aber die wenigsten: Die Anschaffungsneigung blieb nahezu unverändert hoch. Die von dem robusten Arbeitsmarkt ausgehende Zuversicht scheint stärker zu sein als die Inflationsgefahr und die Sorge um Japan und Nordafrika.

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mg/dpa