Warenexport Deutschland bald wieder Vizeweltmeister

Die anhaltende Dollar-Schwäche wird Deutschland in diesem Jahr wieder auf Platz zwei der Warenexport-Weltrangliste hieven. Davon sind zumindest die Forscher des Ifo-Instituts überzeugt. Im vergangenen Jahr musste Deutschland den Titel des Vizeweltmeisters an die USA abgeben.
Schwacher Dollar: Seit Jahresbeginn hat der Dollar gegenüber dem Euro deutlich abgewertet

Schwacher Dollar: Seit Jahresbeginn hat der Dollar gegenüber dem Euro deutlich abgewertet

Foto: Dan Kitwood/ Getty Images

München - Deutschland wird in diesem Jahr den zweiten Platz in der Rangliste der weltgrößten Warenexporteure wieder zurückerobern. Das prognostiziert das Münchener Ifo-Institut.

"Der Dollar hat seit Jahresbeginn gegenüber dem Euro deutlich abgewertet. Wenn er auf diesem Niveau verharrt, sollte Deutschland auf Grundlage unserer Exportprognosen die USA in der Warenexportrangliste wieder überholen", prognostiziert Ifo-Experte Steffen Elstner.

Die Veränderung bezieht sich allerdings nur auf die Warenexporte. Bei den Gesamtexporten, also inklusive der Dienstleistungen, dürfte Deutschland weiterhin Platz drei belegen. Schließlich sind die USA bei den Dienstleistungen (Tourismus, Finanzdienstleistungen, Consulting oder IT-Services) mit 515 Milliarden Dollar unangefochtener Exportweltmeister. Immerhin konnte Deutschland im vergangenen Jahr Großbritannien (227 Milliarden Dollar) beim Dienstleistungsexport mit 230 Milliarden Dollar knapp überholen.

China bleibt Warenexportweltmeister

Den langjährigen Titel des Warenexportweltmeisters, den Deutschland von 2003 bis 2008 innehatte, dürfte Deutschland aber nicht mehr zurückerobern. China hat seine führende Position mit einem Warenexport von 1578 Milliarden Dollar in 2010 weiter ausgebaut. Die USA exportierten im vergangenen Jahr Waren im Wert von 1278 Milliarden Dollar und überholten damit Deutschland, das Güter im Wert von 1269 Milliarden Dollar ausführte.

Der Sprung der USA auf Platz 2 ergab sich vor allem durch Effekte bei Preisen und Wechselkursen. Die nominalen Warenexporte in den USA stiegen wegen der höheren Exportpreise um 21 Prozent, in Deutschland dagegen nur um 18,5 Prozent. Wesentlicher Grund ist die Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro um gut 5 Prozent. In realen Preisen gerechnet lag das Wachstum der Warenexporte in Deutschland bei gut 15 Prozent und damit oberhalb der USA (14,7 Prozent).

Die USA hatten - auch unter dem Druck des hohen Haushaltsdefizits - im vergangenen Jahr die Exportförderung massiv verstärkt. In den kommenden fünf Jahren sollen die Ausfuhren verdoppelt werden.

mg