Rückschlag Inflation bremst Wachstumsmotor Konsum

Deutschlands Wirtschaft legt deutlich zu, doch die Verbraucher tragen dazu weniger bei. Trotz mehr Jobs und im Schnitt höherer Einkommen hierzulande haben sie im vergangenen Monat weniger eingekauft als noch im Januar. Zu kräftig waren offenbar die Preiserhöhungen dazu.
Einkaufslust: Zuletzt durch höhere Preise gebremst

Einkaufslust: Zuletzt durch höhere Preise gebremst

Foto: dapd

Wiesbaden - Die deutschen Einzelhändler haben im Februar mehr Geld eingenommen. Ihr Umsatz lag um 3,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Preiserhöhungen herausgerechnet, blieb ein reales Plus von 1,1 Prozent übrig.

Ähnlich das Bild im Zweimonatsvergleich: In den beiden ersten Monaten zusammen lagen die Einnahmen um 3,2 und real um 1,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der kurzfristige Trend allerdings sieht weitaus schlechter aus.

Die Inflation hat den Konsum als Wachstumsmotor im Februar bereits deutlich gebremst. Im Vergleich zum Vormonat sind die hiesigen Einzelhandelsumsätze real schon um 0,3 Prozent gefallen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Preise sind damit hierzulande zuletzt so deutlich gestiegen, dass viele Bundesbürger offenbar weniger Waren von ihrem verfügbaren Einkommen kaufen wollten.

Internet- und Versandhandel boomt

"Der Arbeitsmarkt entwickelt sich zwar recht ordentlich. Dafür steigen die Energie- und Nahrungsmittelpreise deutlich. Da bleibt bei den real verfügbaren Einkommen kein großer Zuwachs übrig", kommentierte Commerzbank-Experte Ralph Solveen die neuesten statistischen Einzelhandelsdaten dann auch.

Am besten liefen die Geschäfte im Februar im Internet- und Versandhandel, der ein Umsatzplus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat meldete. Der Lebensmittelhandel meldete mit 0,6 Prozent den geringsten Anstieg. Unter dem Strich rechnen die Konsumforscher der Nürnberger GfK für das laufende Jahr weiterhin mit einem Umsatzwachstum von 2 Prozent, der deutsche Einzelhandelsverband HDE geht von plus 1,5 Prozent aus.

Die Rahmenbedingungen für den Konsum weiter gut, am Arbeitsmarkt läuft es noch, die Lohnabschlüsse sind höher als im vergangenen Jahr. Von dieser Seite gibt es positive Elemente, die am Ende überwiegen sollten. Aber Inflation kostet Konsumwachstum.

kst/dpa-afx/rtr
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