Wirtschaftswachstum Bauboom beflügelt deutsche Wirtschaft

Trotz Japan-Katastrophe, Libyen-Bürgerkrieg und Inflation hat die deutsche Wirtschaft ihr Wachstum im ersten Quartal nach Prognosen des DIW mehr als verdoppelt. Vor allem die Baubranche lieferte kräftige Impulse. Auch für die Zukunft sind die Wirtschaftsforscher weiter optimistisch.
Nachholeffekte: Im ersten Quartal ist die Bauleistung des Bauhauptgewerbes um 36 Prozent gewachsen

Nachholeffekte: Im ersten Quartal ist die Bauleistung des Bauhauptgewerbes um 36 Prozent gewachsen

Foto: dapd

Berlin - Das Bruttoinlandsprodukt sei im ersten Quartal um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen, schätzten die Konjunkturforscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Im Schlussquartal 2010 waren es nur 0,4 Prozent gewesen.

"Dominiert wird die Dynamik von starken Nachholeffekten in der Baubranche", hieß es. "So konnte das Bauhauptgewerbe im Januar um eindrucksvolle 36 Prozent gegenüber dem Vormonat zulegen und damit den heftigen wetterbedingten Einbruch zu Winterbeginn mehr als wettmachen."

Aber auch die Industrie liefere kräftige Impulse, weil besonders die Bestellung aus dem Inland zugenommen hätten. "Ein gutes Signal für eine solide Binnenkonjunktur", sagte der DIW-Experte Vladimir Kuzin.

"Einflüsse von Naturkatastrophen auf Weltwirtschaft sind gering"

Auch die Aussichten seien gut. Die Katastrophe in Japan werde nach dem derzeitigen Stand keine wesentlichen Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur haben. "Erfahrungsgemäß sind die Einflüsse von Naturkatastrophen auf die Weltwirtschaft gering", sagte DIW-Experte Ferdinand Fichtner. Die deutsche Exportwirtschaft sei robust und flexibel. "Deswegen ist die Befürchtung einer breiten wirtschaftlichen Eintrübung in Deutschland nach unserer Einschätzung unbegründet", sagte Fichtner.

Experten rechnen in diesem Jahr mit einem Wachstum von bis zu 3 Prozent. 2010 hatte es mit 3,6 Prozent das kräftigste Wachstum seit der Wiedervereinigung gegeben. Allerdings sind die Risiken für die Konjunktur in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Zu ihnen gehören ein möglicher Super-GAU in Japan, anhaltende Unruhen in den ölreichen Staaten des Nahen Ostens und eine höhere Inflation.

mg/rtr
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