GfK-Konsumklima Steigende Preise dämpfen Kauflaune

Die anziehende Inflation und die internationalen Krisenherde belasten die Verbraucherstimmung im März. Erstmals seit zehn Monaten hat sich das GfK-Konsumklima eingetrübt. Damit folgt das Konsumklima dem Geschäftsklima.
Weniger Geld in der Hand: Die steigenden Rohstoff- und Energiepreise dämpfen die Kauflaune, die Katastrophe von Japan ist noch nicht mit eingerechnet

Weniger Geld in der Hand: Die steigenden Rohstoff- und Energiepreise dämpfen die Kauflaune, die Katastrophe von Japan ist noch nicht mit eingerechnet

Foto: DARREN STAPLES/ REUTERS

Nürnberg - Das Konsumklima für April sank um 0,1 auf 5,9 Punkte, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mitteilte. Damit ist der monatelange Aufwärtstrend des Konjunkturbarometers zwar zunächst gestoppt, der Indikator bleibt aber weiterhin auf hohem Niveau.

Die Menschen schätzten die Wirtschaftsentwicklung und ihre persönliche Einkommensentwicklung aufgrund der deutlich gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise sowie der anhaltenden Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten etwas skeptischer ein als im Vormonat, erklärte GfK-Autor Rolf Bürkl. Darunter habe auch die Kauflaune gelitten, die sich verschlechtert habe.

Die Katastrophe in Japan habe sich auf die Verbraucherstimmung im März noch nicht ausgewirkt: Die für die Erhebung notwendige Befragung von rund 2000 Konsumenten sei schon vor dem Erdbeben abgeschlossen gewesen, sagte Bürkl.

Seit Juni 2010 hatte sich die Stimmung der Verbraucher Monat für Monat verbessert und im März den höchsten Stand seit Oktober 2007 erreicht. Nun gab es zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang, der allerdings etwas geringer ausfiel als erwartet.

Auch Ifo-Geschäftsklimaindex sank im März

Ähnlich läuft es bei den Unternehmen: Am Jahresanfang lag die Laune der deutschen Manager auf Rekordniveau, das Ifo-Geschäftsklima kletterte auf die höchsten Stände seit der Wiedervereinigung. Im März sank die Stimmung erstmals seit zehn Monaten, wenn auch nur leicht.

Die Bereitschaft der Konsumenten, teure Dinge zu kaufen wie Sofas oder Kühlschränke, lässt laut GfK bereits den zweiten Monat in Folge nach. Dieser Teilindikator sank auf 34,3 von 38,9 Punkten.

Das Barometer für die Einkommensaussichten ging ebenfalls zurück - auf 40,5 von 42,9 Zählern. Dennoch seien die Rahmenbedingungen wegen des positiven Arbeitsmarktes sowie steigender Löhne und Gehälter nach wie vor gut. Viele Unternehmen würden dank ihrer "exzellenten wirtschaftliche Lage" Gehaltserhöhungen vorzuziehen und Einmalzahlungen gewähren. "Dies stabilisiert die Kaufkraft vieler privater Haushalte und dürfte zu einem beträchtlichen Teil negative Effekte durch die zuletzt gestiegenen Inflationsängste gedämpft haben", betonte die GfK.

Die Entwicklung der Konjunktur schätzten die Verbraucher weiter sehr gut ein, "wenn auch die Euphorie zuletzt etwas gebremst wurde". Dieser Indikator fiel auf 49,5 von 57,1 Punkten, blieb aber wie die anderen Teilindikatoren klar über dem Niveau vor einem Jahr.

"Trotz des kleinen Dämpfers wird der private Konsum auch in den kommenden Monaten eine wichtige Rolle für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung spielen", erklärte die GfK. Sie geht unvermindert davon aus, dass die Ausgaben der Verbraucher in diesem Jahr um etwa 1,5 Prozent steigen.

mg/dapd/rtr
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