Hohe Energiekosten Inflation steigt über die EZB-Zielmarke

Die Inflationsrate lag im Februar über der Marke von 2 Prozent und damit den zweiten Monat in Folge über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Verantwortlich für den Preisanstieg sind erneut die hohen Kosten für Energie und Lebensmittel.
Preisanstieg für Kraftstoffe: Tanken war im Februar fast 12 Prozent teurer

Preisanstieg für Kraftstoffe: Tanken war im Februar fast 12 Prozent teurer

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Wiesbaden - Im Februar sprang die Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit korrigierten die Statistiker ihre vorläufigen Angaben von Ende Februar, als sie noch eine Teuerung um 2,0 Prozent errechnet hatten.

Die Inflation verstärkte sich damit den Angaben zufolge schon den vierten Monat in Folge. Im Januar hatten die Preise 2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen.

Höher als im Februar lag die Inflationsrate zuletzt im Oktober 2008: Damals stiegen die Preise kurz vor der Wirtschaftskrise noch kräftig um 2,4 Prozent. Eine deutliche Teuerung war im Februar auch im Vergleich zum Vormonat Januar festzustellen: Innerhalb eines Monats kletterten die Preise der Statistik zufolge um 0,5 Prozent in die Höhe.

Lebensmittelpreise stiegen um 3,4 Prozent

Wie bereits in den vergangenen Monaten waren vor allem die Kosten für Energie für den Preisanstieg verantwortlich. Sie stiegen insgesamt um 10,2 Prozent im Vergleich zum Februar 2010. Am stärksten stieg der Preis für leichtes Heizöl (plus 32,0 Prozent). Kraftstoffe waren 11,8 Prozent teurer, wobei vor allem der Preis von Diesel um rund ein Fünftel in die Höhe schoss. Strom und Gas wurden ebenfalls teurer, ihr Preis stieg aber weniger stark.

Ebenfalls stärker als der Durchschnitt stiegen die Preise für Lebensmittel. Sie kosteten im Februar 3,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich teurer waren laut Statistik Obst (plus 14,7 Prozent) sowie Speiseöle- und -fette (plus 9,5 Prozent).

Mit den 2,1 Prozent erreichte die Inflationsrate im Februar den zweiten Monat in Folge den für die Geldpolitik wichtigen Schwellenwert - die Europäische Zentralbank (EZB) spricht bis zu dieser Schwelle von Preisstabilität. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte erst Anfang Februar vor der wachsenden Inflationsgefahr gewarnt. Er rechnet damit, dass die Inflationsrate in der Euro-Zone "den überwiegenden Teil des Jahres" über zwei Prozent liegen wird. Ende des Jahres werde sie dann aber wieder sinken, sagte er.

mg/afp
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