Freitag, 18. Oktober 2019

Wirtschaftsforscher Höheres Wachstum trotz Inflation

Starker Außenhandel: Auch wenn Deutschland nicht mehr Exportweltmeister ist, bleibt der Außenhandel ein starkes Standbein

Zwei führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr deutlich angehoben. Verantwortlich dafür ist vor allem die stetig steigende Nachfrage aus dem Ausland. Als belastend stufte das RWI die anziehende Inflation ein.

Essen/Kiel - Für 2011 sei mit einem Wachstum um 2,9 Prozent zu rechnen, teilte das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) mit. Ende 2010 waren die Forscher noch von 2,5 Prozent ausgegangen. Für das kommende Jahr wird eine Rate von 2,4 Prozent prognostiziert.

Die deutsche Wirtschaft sei gut in das neue Jahr gestartet,hieß es beim RWI. Für den Jahresverlauf erwarten die Forscher ein robustes, aber leicht nachlassendes Produktionswachstum. Nennenswerte Impulse kämen zunächst aus dem Ausland, sie dürften aber nachlassen. Auch die Inlandsnachfrage dürfte etwas an Tempo verlieren.

Die Teuerung wird nach Ansicht der Forscher in diesem und dem nächsten Jahr die Stabilitätsmarke der EZB klar überschreiten. Das Institut erwartet 2011 eine Inflationsrate von 2,5 Prozent und 2012 nur einen leichten Rückgang des Preisauftriebs auf 2,4 Prozent. "So wie die niedrigen Zinsen der EZB derzeit den Aufschwung unterstützen, so begünstigt die expansive Geldpolitik die Teuerung", sagte RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn zu der Prognose.

Die Lage am Arbeitsmarkt dürfte sich nach Einschätzung des Instituts weiter verbessern. Die Zahl der Erwerbstätigen wird im Jahresdurchschnitt 2011 voraussichtlich um knapp eine halbe Million und 2012 nochmals um fast die gleiche Zahl auf 41,43 Millionen zunehmen.

Die Arbeitslosenquote könnte damit deutlich unter 6 Prozent sinken. "Dadurch wird es für die Unternehmen schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden, sodass die Effektivlöhne und damit auch die Lohnstückkosten zunehmen dürften", erklärte das RWI.

IfW erhöht BIP-Wachstum auf 2,8 Prozent

Auch nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft wird die deutsche Wirtschaft stärker wachsen als bislang erwartet. Das IfW rechnet nunmehr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,8 Prozent. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse hervor. Im Dezember lag die Konjunkturprognose noch bei 2,3 Prozent.

Das IfW erklärte, die konjunkturelle Erholung sei in Deutschland mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten in diesem Jahr wieder normal ausgelastet seien. Die Bundesbank hatte ihre Erwartung in dieser Woche auf 2,5 Prozent erhöht; das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle sogar auf 3 Prozent.

mg/dpa-afx

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