Hohe Energiekosten Inflation auf Zweijahreshoch

Das statistische Bundesamt hat die Inflationsrate für Januar nach oben korrigieren müssen. Die Preise für Energie und Lebensmittel hat die Teuerungsrate in Deutschland auf 2 Prozent steigen lassen. Vor allem die Kosten für Heizöl explodierten.
Teures Heizöl: Im Vergleich zum Dezember stiegen die Preise für Heizöl um 25,5 Prozent

Teures Heizöl: Im Vergleich zum Dezember stiegen die Preise für Heizöl um 25,5 Prozent

Foto: dapd

Wiesbaden - Die Verbraucherpreise stiegen im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2 Prozent an, so stark wie seit Oktober 2008 nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Es korrigierte damit seine Schätzung von 1,9 Prozent von Ende Januar leicht nach oben.

Die Preise für Energie lagen laut Statistik im Januar um 8,6 Prozent über denen des Vorjahresmonats. Diesel wurde demnach um 13,6 Prozent teurer, Super um 8,7 Prozent.

Den stärksten Preisauftrieb stellten die Statistiker mit 25,5 Prozent bei leichtem Heizöl fest. Die Strompreise erhöhten sich im Vergleich zum Januar 2010 um 7,2 Prozent. Auch die Gaspreise kletterten um 3,3 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Preissteigerungen bei Energie hätte die Inflationsrate nur bei 1,1 Prozent gelegen, betonte das Statistische Bundesamt.

Teures Gemüse, günstige Fotoapparate

Auch Lebensmittel wurden binnen eines Jahres deutlich teurer, insgesamt um 2,8 Prozent. Stark fielen die Preissteigerungen für Gemüse (8,0 Prozent) und Obst (6,3 Prozent) aus, auch Fisch kostete 4,3 Prozent mehr als zu Beginn 2010.

Günstig dagegen blieb die Preisentwicklung bei langlebigen Gebrauchsgütern, wie die Statistiker mitteilten. So sanken die Preise für Foto- und Filmausrüstungen um 7,7 Prozent, für Unterhaltungselektronik um 5,5 Prozent und für Geräte der Informationsverarbeitung um 5,4 Prozent.

Die Inflationsrate zieht wegen der hohen Energiekosten seit Monaten an. Im August betrug sie noch 1,0 Prozent, im September und Oktober waren es 1,3 Prozent, im November 1,5 Prozent und im Dezember 1,7 Prozent.

Mit den 2 Prozent im Januar erreichte die Inflationsrate den für die Geldpolitik wichtigen Schwellenwert - die Europäische Zentralbank (EZB) spricht bis zu dieser Schwelle von Preisstabilität. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte erst Anfang Februar vor der wachsenden Inflationsgefahr gewarnt. Er rechnet damit, dass die Inflationsrate in der Eurozone "den überwiegenden Teil des Jahres" über zwei Prozent liegen wird. Ende des Jahres werde sie dann aber wieder sinken, sagte er.

mg/afp
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