Außenhandel 2010 Exporte kratzen an Billionengrenze

Dank der hohen Nachfrage aus China, Brasilien und Indien sind die Exporte in Deutschland 2010 wieder kräftig gestiegen. Zum Jahresschluss schwächte sich das Wachstum allerdings ab. Experten rechnen dennoch damit, dass in diesem Jahr erstmals die Umsatzmarke von einer Billion Euro geknackt wird.
Deutscher Außenhandel: Die Exporte sind 2010 um 18,5 Prozent gestiegen, die Importe um 20 Prozent

Deutscher Außenhandel: Die Exporte sind 2010 um 18,5 Prozent gestiegen, die Importe um 20 Prozent

Foto: Fabian Bimmer/ AP

Berlin - Die Exporte seien 2010 um 18,5 Prozent auf 951,9 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Importe erhöhten sich sogar um 20 Prozent auf 797,6 Milliarden Euro.

Daraus ergibt sich ein Überschuss in der Außenhandelsbilanz von 154,3 Milliarden Euro. 2009 hatte die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren noch bei 138,7 Milliarden Euro gelegen.

Weder die Exporte noch die Importe haben damit ihre Vorkrisenwerte von 2008 erreicht. Beide Werte waren im Krisenjahr 2009 deutlich eingebrochen - und konnten dieses Minus auch im Aufschwung des vergangenen Jahres nicht wett machen.

Im Dezember schrumpften die Importe

Für den Exportboom sorgte vor allem die starke Nachfrage aus den Ländern außerhalb der Europäischen Union wie China, Brasilien und Indien: Die Ausfuhren erhöhten sich um 26 Prozent, während die Exporte in die von der Schuldenkrise belasteten Euro-Länder nur um 12,7 Prozent zunahmen.

Der Branchenverband BGA rechnet in diesem Jahr mit einem Exportwachstum von nur noch 7 Prozent, weil in vielen Staaten die Konjunkturprogramme auslaufen und die Schuldenkrise die Nachfrage in vielen Euro-Ländern weiter dämpfen dürfte. Trotzdem würde das reichen, um erstmals die Umsatzmarke von einer Billion Euro zu knacken.

Im Dezember legten die Exporte kalender- und saisonbereinigt um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. Analysten hatten mit einem doppelt so starken Anstieg gerechnet. Die Importe schrumpften überraschend um 2,3 Prozent. Analysten hatten hier ein Plus von 0,5 Prozent vorhergesagt.

mg/rtr