Verbesserung Geldprofis setzen auf Deutschland

Unter Finanzexperten macht sich Optimismus breit. Sie tippen jetzt auch für das laufende Jahr auf einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. Der entsprechende Konjunkturindikator des ZEW-Forschungsinstituts schnellte in die Höhe - und stieg damit zum dritten Mal in Folge.
Arbeiten im Großraumbüro: Mehr Schwung in Deutschlands Wirtschaft erwartet

Arbeiten im Großraumbüro: Mehr Schwung in Deutschlands Wirtschaft erwartet

Foto: Koelnmesse

Hamburg - Die Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten steigt, und das deutlich. Für das laufende Jahr rechnen sie nach einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim jetzt mit deutlich besseren Wachstumsmöglichkeiten für die Bundesrepublik als bisher. Der entsprechende ZEW-Konjunkturindex stieg im Januar um 11,1 Punkte auf 15,4 Zähler, teilten die Mannheimer Forscher am Dienstag. Damit signalisiert das ZEW-Stimmungsbarometer zum dritten Mal in Folge größere Konjunkturzuversicht der befragten hiesigen Finanzexperten. Allerdings rangiert der Index noch immer unter seinem historischen Mittelwert von 26,8 Punkten

ZEW-Präsident Wolfgang Franz, zugleich Chef der Wirtschaftsweisen, äußerte sich dennoch optimistisch zu Deutschlands Wachstumsperspektiven: "Das aktuell niedrige Niveau der Realzinsen dürfte die Nachfrage nach Investitionsgütern in der Bundesrepublik stärken. Die gestiegene Arbeitsplatzsicherheit trägt zur Belebung des privaten Konsums bei", sagte Franz.

Die vom ZEW befragten Finanzmarktexperten erwarteten offenbar eine Fortsetzung der dynamischen Wirtschaftsentwicklung. Zu dieser Einschätzung dürfte beigetragen haben, dass derzeit im In- und Ausland wieder investiert werde.

Auch Bankenökonomen sehen die deutsche Wirtschaft im Aufwind. "Es sieht nach einem fast blinden Vertrauen in die Stärke des deutschen Aufschwungs aus", sagte ING-Analyst Carsten Brzeski. Ein breit gefächerter Exportmix, der robuste Arbeitsmarkt und anziehende Konsumausgaben dürften die Weichen für eine anhaltende Konjunkturerholung stellen.

Allerdings warnen führende Ökonomen auch vor hohen Risiken. Wer die Schuldenkrise in Europa nicht gelöst oder müssten die anderen Euro-Ländern noch mehr sparen, "fehlt es an Nachfrage für unsere Export-Produkte", warnte etwa der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt. Die Euro-Länder sind die mit Abstand wichtigsten Kunden der nach China zweitgrößten Exportnation der Welt. Auch eine steigende Inflation und ein Wiederaufflammen der Finanzkrise gelten als potenzielle Gefahrenherde..

In der Euro-Zone stellt sich das Bild etwas anders als in Deutschland dar: Zwar hellten sich die Konjunkturerwartungen um 9,9 Punkte auf 25,4 Zähler auf. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage verschlechterte sich aber um 1,5 Punkte auf minus 6,1 Punkte.

kst/dpa-afx/rtr

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