Handelsbilanz Deutschland importiert so viel wie nie

Die bundesdeutschen Importe haben im November mit einem Wert von 75 Milliarden Euro ein Rekordniveau erreicht. Zwar stiegen auch die Exporte, aber unter dem Strich verringerte sich das Ungleichgewicht zwischen Ein- und Ausfuhren. Die Bundesrepublik bleibt dennoch ein Exportland.
Waren für Deutschland: Der Containerhafen von Schanghai

Waren für Deutschland: Der Containerhafen von Schanghai

Foto: Adrian_Bradshaw/ picture-alliance / dpa/dpaweb

Wiesbaden - Der Wert der eingeführten Waren erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel auf 75,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Seit Beginn der Erhebung der Außenhandelsstatistik für die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1950 sei noch kein höherer Wert für einen Monat gemessen worden.

Nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zeigt der Anstieg der Importe, "dass die deutsche Binnenkonjunktur weiter an Kraft und Dynamik gewinnt". Damit leiste Deutschland seinen Beitrag zu einem nachhaltigen Aufschwung in Europa sowie international. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) bezeichnete die deutsche Wirtschaft als Motor für die anderen EU-Staaten.

Laut Statistik wurden im November aus den EU-Mitgliedsstaaten Waren im Wert von 47,2 Milliarden Euro bezogen und damit knapp ein Drittel mehr als im November 2009. Die Importe aus den Ländern außerhalb der EU stiegen um 38,3 Prozent auf 27,8 Milliarden Euro.

Ausfuhren wieder auf Niveau vor der Krise

Das Volumen der deutschen Ausfuhren stieg im November den Angaben zufolge um 21,7 Prozent auf 88 Milliarden Euro. Bei den Exporten wurde der höchste Wert eines Monats seit Oktober 2008 (88,7 Milliarden Euro) erreicht. Dabei legten die Lieferungen in EU-Mitgliedsstaaten im Vergleich zum November 2009 um 19,7 Prozent auf 52,3 Milliarden Euro zu.

In die Länder außerhalb der EU wurden Waren im Wert von 35,7 Milliarden Euro exportiert. Das entspricht einem Plus von 24,7 Prozent. Damit ergab sich ein Außenhandelsüberschuss von 12,9 Milliarden Euro. Im November 2009 hatte der Saldo noch 16 Milliarden Euro betragen.

Brüderle sagte, die Exporte hätten wieder das Niveau vor der Krise im Herbst 2008 erreicht. "Nach dem fulminanten Exportwachstum im ersten Halbjahr verläuft die Entwicklung erwartungsgemäß in etwas ruhigeren Bahnen", fügte der Minister hinzu. Auch der Welthandel habe beim Wachstum inzwischen einen Gang zurückgeschaltet.

BGA-Präsident Anton F. Börner betonte: "Die Entwicklungen bei den Einfuhren belegen eindeutig, dass unsere europäischen Nachbarn in großem Umfang von der wirtschaftlichen Erholung in Deutschland profitieren." Börner erwartet, dass Deutschland Ende 2010 etwa 90 Prozent des Kriseneinbruchs wieder aufgeholt hat. Dafür müsse man aber zunächst die Zahlen für Dezember abwarten.

mak/dapd
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