Samstag, 21. September 2019

Harter Winter Arbeitslosenzahl steigt über drei Millionen

Wieder mehr Arbeit für die Arbeitsagentur: Das Jobwunder macht Winterpause

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember stärker gestiegen als für den Wintermonat üblich. Erstmals seit Mitte 2009 verschlechterte sich die saisonbereinigte Arbeitsmarktstatistik. Die Bundesagentur für Arbeit hält den Aufschwung aber weiter für intakt.

Nürnberg - Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl sei zum Vormonat um 3000 geklettert, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mit. Das war der erste Anstieg seit Mitte 2009. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 4000 ab, im Osten um 7000 zu.

Unbereinigt erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 85.000 auf 3,016 Millionen. Das waren aber 260.000 weniger als vor einem Jahr. Üblich ist im Dezember im Drei-Jahres-Durchschnitt eine Zunahme im Monatsvergleich um rund 67.000. Die Arbeitslosenquote nahm gegenüber November um 0,2 Punkte auf 7,2 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 7,8 Prozent gelegen.

Für den stärkeren Anstieg im abgelaufenen Monat machte die BA den frühen und heftigen Wintereinbruch verantwortlich, der für höhere Arbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft gesorgt habe. Außerdem habe es im Dezember weniger Ein-Euro-Jobs als im November gegeben. Hartz-IV-Empfänger in diesen Beschäftigungsmaßnahmen werden nicht als arbeitslos gezählt.

Beschäftigtenzahl auf Rekordniveau

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, betonte aber, die Besserung am Arbeitsmarkt habe sich im Dezember fortgesetzt. Das vergangene Jahr war für den Arbeitsmarkt das beste seit 1992. Im Jahresdurchschnitt registrierte die BA 3,244 Millionen Arbeitslose nach 3,423 Millionen im Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote ging von 8,2 Prozent auf 7,7 Prozent zurück. Noch weniger Arbeitslose hatte es zuletzt im Jahresdurchschnitt 1992 mit 2,98 Millionen gegeben.

Weise sagte, der deutsche Arbeitsmarkt habe 2010 von der starken wirtschaftlichen Erholung profitiert. "Gegenüber dem Krisenjahr 2009 ist die Arbeitslosigkeit gesunken, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit sind kräftig gestiegen." Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei hoch, erklärte Weise.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland nähert sich der noch nie erreichten Marke von 41 Millionen. Im November hatten 40,92 Millionen Männer und Frauen einen Job - so viele wie noch nie. Binnen eines Jahres stieg die Zahl der Beschäftigten damit um 432.000 oder 1,1 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Verglichen mit dem Vormonat gab es einen Zuwachs um 16.000.

Nach ersten vorläufigen Berechnungen der Statistiker gingen 2010 im Schnitt rund 40,5 Millionen Männer und Frauen einer Arbeit nach. Damit wurde ein neuer Rekord erreicht, der aber schon in diesem Jahr gebrochen werden dürfte. Das Münchner Ifo-Institut und das Kieler IfW rechnen mit durchschnittlich 40,8 Millionen Erwerbstätigen.

ak/rtr/dpa-afx

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