ZEW-Index Börsenprofis bleiben optimistisch

Trotz der Euro-Schuldenkrise trauen Börsenprofis der deutschen Wirtschaft ein robustes Wachstum zu. Der vom ZEW erhobene Stimmungsindikator des Finanzmarkts legte im Dezember deutlich zu, zum zweiten Mal in Folge. Von Normalität ist der Index aber noch weit entfernt.
Optimismus an der Börse: Finanzmarktexperten rechnen mit Aufschwung der Binnenkonjunktur

Optimismus an der Börse: Finanzmarktexperten rechnen mit Aufschwung der Binnenkonjunktur

Foto: Boris Roessler/ picture-alliance/ dpa/dpaweb

Mannheim - Die Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten hat sich im Dezember stärker als erwartet aufgehellt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien von 1,8 Punkten auf 4,3 Zähler gestiegen, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit. Damit hat sich das Stimmungsbarometer zum zweiten Mal in Folge aufgehellt. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte hatten mit einer geringeren Aufhellung auf 2,5 Punkte gerechnet.

Trotz der Besserung ist das Barometer noch weit von seinem langfristigen Durchschnittswert von 26,8 Punkten entfernt. Die Lage beurteilten die Experten ebenfalls spürbar besser. Dieses Barometer stieg um 1,1 auf 82,6 Punkte.

In der Euro-Zone stellt sich das Bild etwas anders als in Deutschland dar: Zwar hellten sich die Konjunkturerwartungen um 1,7 Punkte auf 15,5 Zähler auf. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage verschlechterte sich aber um 3,6 Punkte auf minus 4,6 Punkte.

"Nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat stabilisieren sich die Erwartungen anscheinend", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. "Neben der Exportaktivität setzt man allgemein auf eine Belebung der Binnennachfrage, unterstützt durch die erfreuliche Arbeitsmarktentwicklung und die niedrigen Realzinsen." Die Euro-Schuldenkrise und eine straffere Geldpolitik in China blieben allerdings Risikofaktoren für den deutschen Außenhandel.

Für 2011 erwartet der von Franz geleitete Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen ein Wachstum von 2,2 Prozent, während für dieses Jahr von 3,7 Prozent ausgegangen wird.

Der ZEW-Konjunkturindex gilt als ein wichtiger Stimmungsindikator der deutschen Wirtschaft. Befragt werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger.

ak/rtr/dpa-afx/dapd
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