Ifo-Ausblick 2011 Privater Konsum heizt Wirtschaft weiter an

Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognose für das Jahr 2011 kräftig angehoben. Dabei wird nach Ansicht der Forscher die Binnenwirtschaft der Hauptpfeiler des deutschen Aufschwungs sein. Auch für 2010 sind die Experten optimistischer denn je.
Privater Konsum: Die Binnennachfrage war laut Ifo-Instiut bereits 2010 der größte Wachstumstreiber

Privater Konsum: Die Binnennachfrage war laut Ifo-Instiut bereits 2010 der größte Wachstumstreiber

Foto: ddp

München - Das Bruttoinlandsprodukt werde 2011 um 2,4 Prozent zulegen, und die Inlandsnachfrage dürfte fast 90 Prozent zu diesem Wachstum beisteuern, erklärte das Münchner Ifo-Institut am Dienstag in seiner jüngsten Prognose. Im Juni waren die Forscher noch von einem Wachstum von 1,5 Prozent ausgegangen.

Für 2010 erhöhten die Forscher ihre Prognose von 2,1 Prozent auf 3,7 Prozent. Die Binnennachfrage sei bereits im ablaufenden Jahr mit Abstand größter Wachstumstreiber gewesen, betonte das Ifo. Dies zeige sich bei den steigenden Investitionen und dem anziehenden Konsum der Privathaushalte.

"Im kommenden Jahr bleiben die Konjunkturampeln in Deutschland auf Grün", kommentieren die Forscher die neuen Zahlen. Allerdings werde die Erholung etwas an Tempo verlieren. Haupttreiber sei die Binnennachfrage.

Der private Konsum werde durch die anhaltende Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt gestützt und um 1,4 Prozent steigen. Getragen von der guten konjunkturellen Entwicklung, den positiven Geschäftsaussichten und der günstigen Kostensituation der Unternehmen dürfte der Beschäftigungsaufbau im kommenden Jahr weitergehen.

Nachdem die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes 2010 überwiegend Leiharbeiter eingestellt hätten, dürften im kommenden Jahr auch die Stammbelegschaften ausgeweitet werden. Zudem dürften die Firmen wieder mehr sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen schaffen. Die Arbeitslosigkeit werde im Jahresdurchschnitt 2011 um 300.000 auf 2,94 Millionen sinken.

Auch die fiskalische Konsolidierung schaffe Vertrauen bei den Haushalten. Die Investitionen der Unternehmen dürften ebenfalls deutlich zulegen, auch wegen historisch niedriger Zinsen. Als ein Hauptrisiko nennt das Ifo-Institut die europäische Schuldenkrise.

mg/dpa-afx/rtr
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