Weltlokomotive China schafft gewaltiges Exportplus

China ist die Konjunkturlokomotive der Welt. Die Ausfuhren des Riesenreichs schnellten zuletzt im Jahresvergleich um 34,9 Prozent in die Höhe. Zur Freude anderer Exportnationen, wie etwa der deutschen, kauften die Chinesen aber auch kräftig im Ausland ein - und ließen Chinas Importe noch beeindruckender nach oben schießen.
Aufsehen erregendes Plus: Chinesische Unternehmen feiern Ausfuhrerfolge

Aufsehen erregendes Plus: Chinesische Unternehmen feiern Ausfuhrerfolge

Foto: AFP

Hamburg - Chinas Außenhandel hat im November stark an Fahrt gewonnen. Sowohl die Importe als auch die Exporte legten deutlich stärker zu als erwartet und erreichten jeweils Rekordwerte, wie aus Daten vom Freitag hervorgeht. Die Ausfuhren schnellten um 34,9 Prozent in die Höhe. Die Einfuhren legten mit 37,7 Prozent noch stärker zu.

Experten sehen das als doppelt gutes Zeichen für die Weltwirtschaft: Die wachsenden Importe signalisieren eine Belebung der chinesischen Binnennachfrage. Das Exportplus deutet darauf hin, dass die US-Wirtschaft an Kraft gewinne, sagte Wang Han von CEBM in Shanghai. Angesichts der guten Außenhandelsdaten steigt nun die Wahrscheinlichkeit, dass die chinesische Notenbank schon am Wochenende gegensteuert und die geldpolitischen Zügel anzieht. Die USA sind der wichtigste Handelspartner Chinas und Abnehmer der meisten Produkte der Volksrepublik.

"Die Importzahlen spiegeln eine anhaltend hohe Binnennachfrage wieder, was nicht allzu erstaunlich ist", sagte Jian Chang von Barclays Capital in Hongkong: "Schließlich hat die Regierungen Maßnahmen ergriffen, um die Einfuhren zu steigern und den Handelsüberschuss zu reduzieren." Der Überschuss - die Differenz zwischen Importen und Exporten - lag bei 22,9 Milliarden Dollar.

Dieser vergleichsweise hohe Überschuss dürfte neue Kritik an der chinesischen Währungspolitik wecken. Die USA und Europa werfen der Regierung in Peking vor, den Kurs der Landeswährung Yuan künstlich niedrig zu halten und so den Exporteuren Vorteile am Weltmarkt zu verschaffen. Im gesamten Jahr dürfte der Handelsüberschuss jedoch auf ungefähr 190 Milliarden Dollar fallen - das wäre ein Rückgang von fast 40 Prozent seit 2008. Experten gehen ohnehin davon aus, dass die chinesische Landeswährung Yuan im kommenden Jahr stärker an Wert gewinnt. Ein wichtiger Grund dafür ist die steigende Inflation in der Volksrepublik.

Medienberichten zufolge könnte die Teuerungsrate im November bei 5,1 Prozent liegen und damit auf dem höchsten Stand seit 28 Monaten; die Daten werden am Wochenende veröffentlicht. Angesichts der steigenden Teuerung wird nun damit gerechnet, dass die Geldpolitik schon am Wochenende weiter gestrafft wird. Die meisten Analysten rechnen damit, dass die Mindestreserveanforderungen für die Banken erneut angehoben werden. Eine Zinserhöhung könnte im zweiten Schritt folgen, sagte CEBM-Experte Wang.

kst/rtr/dpa-afx
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